Archiv für den Monat: August 2018

Sony Alpha 6000 Systemkamera – Superschneller Dauerbrenner im Test

Die Sony Alpha 6000 ist seit nunmehr fast vier Jahren auf dem Markt und in aller Munde. Sie reizt sowohl den Fotografie Neuling als auch den ambitionierten Profifotografen und dies allein aus einem Grund. Laut eigenen Herstellerangaben ist die Systemkamera „schneller als ein Wimpernschlag“ und kann somit problemlos fliegende Tropfen oder ein flüchtiges Lächeln auf wunderschönes Fotopapier zaubern.

Die Sony ist somit Marktführer in diesem Bereich und schneller als viele DSLR-Kameras im Vergleich. Die unschlagbare Bildqualität macht die Kamera zu einem regelrechten Aufnahmeerlebnis und ihr Preis- Leistungsverhältnis hat sich seit ihrer Einführung exponentiell erhöht. Sowohl die Kundenrezensionen als auch Testberichte überschlagen sich bei dieser Kamera durchweg ins Positive.

Technische Daten und Funktionen im Überblick

Sony Alpha 6000 Systemkamera
  • Hersteller: Sony
  • Kategorie: Systemkamera
  • Objektivkompatibilität: Sony E-Mount Objektive
  • Sensortyp: Typ APS-C, EXMOR® APS HD CMOS Sensor
  • Anzahl der Pixel: 24,3 Megapixel
  • ISO-Empfindlichkeit: ISO 100-25600
  • Akkulaufzeit (Fotos): Ca. 310 Aufnahmen
  • Gewicht (ohne Objektiv): 344g
  • Geschwindigkeit: 11FPS
  • Anschlüsse: USB, HDMI, WLAN, NFC
  • Sonstige Details: Schneller Hybrid-Autofokus

Die SONY Alpha 6000 – Ein praktischer Begleiter

Sony Alpha 6000 Systemkamera Blick ins Menü

Trotz des großen Sensors fällt die Sony A6000 eher klein und leichter aus als vergleichbare DSLR-Kameras. Sie ist kompakt, aber nicht sperrig und ein seitlicher Handgriff bietet dem Fotografen guten Halt. Der seitlich angebrachte OLED Tru-Finder™ EVF ist ein Profielement im Bereich Sucher mit detaillierter Echtzeitanzeige und löst 2,4 Millionen Bildpunkte der α6000 fein auf. Das Okular fällt dagegen etwas klein aus und könnte sich aufgrund einfallender Umgebungslichter negativ auswirken.

Dies wird jedoch durch eine automatische und qualitative Verbesserung zu hoher oder zu niedriger Belichtungen wieder kompensiert. Die Bedienung der Kamera ist sehr einfach und sie verfügt sowohl über eine Automatikfunktion als auch über manuelle Einstellungen, wie Belichtungskorrektur, die sich des Weiteren auf frei belegbare Tasten oder ein Wahlrad legen lassen.

Manchen fallen die Bedienelemente der Kamera zu klein aus, mit normal großen Händen stellt dies jedoch kein Problem dar. Zudem verfügt die Kamera über einen ausklappbaren Monitor, der jedoch nicht als Touchscreen verwendet werden kann.

Der ultraschnelle Autofokus der Sony A6000

Im Gegensatz zu Kompaktkameras wartet die Sony Alpha 6000 mit einem 24 Megapixel großen APS-C-Sensor auf und liegt somit im Bereich gängiger Spiegelreflexkameras. Dadurch wird nicht nur die Bildqualität besser, sondern die Farbe wird durch die höhere Lichtausnutzung satter.

Für noch schärfere Details sorgt der BIONZ X™ Prozessor mit dreifacher Geschwindigkeit im Vergleich zu älteren Modellen, der die Konturen präzisiert und das Bildrauschen unterdrückt. Ein brillantes Highlight bietet so nahezu jedes Bild und selbst bei schlechtem Licht bleibt die Qualität der Bilder im Vergleich sehr gut.

Natürlich kann man sowohl das RAW-Format als auch das JPEG-Format nutzen. Wer möchte, sogar beides gleichzeitig.

Das ultimative Plus

In Sachen Autofokus macht der Sony α6000 keine andere Kamera so leicht etwas vor. Ein 4D Focus setzt in den Bereichen Autofokusgeschwindigkeit und Tracking neue Maßstäbe. In den Bereichen der Serienfotografie, wie sie in der Sportfotografie notwendig ist, arbeitet die Kamera superschnell und bringt es auf satte 11 Bilder pro Sekunde, das heißt, in nur 0,06 Sekunden werden perfekte Aufnahmen von dynamischen und bewegten Bildern, wie von einem Autorennen, Fußballspiel oder dem Flug eines Kolibris scharf abgebildet. Es stimmt also wirklich, die Kamera ist somit schneller als ein Wimpernschlag.

Alle Vor- und Nachteile der Sony A6000 auf einen Blick

Sony Alpha 6000 und Sony SEL-55210 Tele-Zoom-Objektiv

Vorteile

  • Top Preis-/Leistungsverhältnis
  • Bildsensor mit hoher Bildqualität, Dynamikumfang und Rauschverhalten
  • Schneller Autofokus
  • 11 Bilder pro Sekunde bei Serienaufnahmen

Nachteile

  • Keinen Spritzwasserschutz
  • wenig E-Mount Objektive erhältlich im Vergleich
  • Kein Bildstabilisator in der Kamera
  • Störgeräusche bei Zoomen und kleine Bedienelemente

Fazit – die Sony Alpha 6000 Systemkamera

Die Sony A6000 ist eine handliche Kamera neuester Generation, deren Vorteile weit mehr als die Nachteile überwiegen. Selbst über den fehlenden Bildstabilisator könnte man leicht hinwegsehen, bedenkt man, dass nahezu jedes zeitgenössische Objektiv eben mit jenem ausgestattet ist.

Hinzu kommt das unschlagbare Preis-/Leistungsverhältnis* dieser Kamera bei hoher Bildqualität und Aufnahmegeschwindigkeit. In diesem Segment ist die Kamera eine der besten, wenn nicht die Beste zurzeit auf dem Markt.

Warum Du im RAW-Format fotografieren solltest?

Wer sich schon einmal näher mit seiner Kamera beschäftigt hat, stellt fest, dass es dort mindestens zwei verschiedene Dateiformate gibt. Dazu gehören das JPEG-Format und das RAW-Format. Im Folgenden werden die Vor- und Nachteile erläutert.

Kurz und Knapp: Der Unterschied zwischen RAW und JPEG

Der Unterschied zwischen RAW-Format und JPEG

Eine JPEG Datei lässt sich im Nachhinein zwar noch verändern, jedoch bei Weitem nicht so tiefgreifend wie eine RAW Datei. JPEG Fotos benötigen wesentlich weniger Speicherplatz. JPEG Fotos lassen sich sofort weiter nutzen. RAW Fotos hingegen müssen nachbearbeitet werden. Das sind die wesentlichen Unterschiede. Doch natürlich steckt noch weit mehr dahinter.

Fertiggericht vs. Feinschmecker

Eine schöne Metapher zu JPEG ist, dass es das Fertiggericht ist. Ein JPEG Foto ist okay. Es wird aber niemals herausragen. Wie beim Essen: Das Fertiggericht kann man essen. Wer jedoch ein wenig Anspruch hat, greift lieber zum selbst Gekochten. Hier kommt das RAW-Format ins Spiel. Es liefert alle Zutaten für ein Feinschmecker-Foto.

Es ist jedoch nötig zu wissen, wie diese Zutaten verwendet werden. Mit den Zutaten lässt sich einfach nur Müll erstellen. Es lässt sich aber auch ein absolut herausragendes Foto erstellen.

JPEG vs. RAW – Der technische Unterschied

Im Grunde genommen ist der technische Unterschied sehr einfach. Während bei einem JPEG Foto die Kamera sämtliche Parameter festlegt und in der Datei speichert, ist das bei RAW nicht der Fall. Als Beispiel sei der Weißabgleich genommen. In einem JPEG Foto ist dieser festgelegt und im Bild integriert. Es werden im Prinzip nur die Pixel des Fotos gespeichert. Beim RAW-Format ist das anders. Zwar werden auch hier die Pixel gespeichert, jedoch kann jedes einzelne auch noch nachträglich bearbeitet werden.

Sämtliche Optionen zur Nachbearbeitung sind nicht im Vorfeld festgelegt. Daher stammt auch der Name RAW. Er bedeutet „roh“. Die Kamera interpretiert nichts im Vorfeld. Nichts wird festgelegt. Alles wird gespeichert. Das heißt aber auch, dass ein Bild in RAW im Nachhinein noch „entwickelt“ werden muss. Es handelt sich sozusagen um ein digitales Negativ.

Die Nachbearbeitung beim RAW-Format

Ein RAW-Foto ist keinesfalls Schummelei oder eine Bildmontage. Es enthält einfach nur sämtliche Informationen, die erst noch miteinander verknüpft werden müssen. Ein RAW-Foto lässt sämtliche Optionen zur Nachbearbeitung offen. Dazu zählen unter anderem:

Weißabgleich – Farbraum – Kontraste – Sättigung – Schärfe – Bildrauschen

RAW-Bild in Lightroom entwickeln

Es gibt weitere Parameter, die sich im Nachhinein festlegen lassen. Ein RAW-Foto muss immer erst in einem entsprechenden Programm geöffnet werden (Lightroom, Photoshop,…). Nach dem Öffnen ist das Bild nicht sofort zu sehen. Erst müssen sämtliche Parameter eingestellt werden. Das Großartige dabei ist, dass die Qualität des Fotos nicht leidet. So lässt sich ein RAW-Foto unzählige Male verändern und bearbeiten.

Das jeweils im Programm geöffnete Foto ist dann nicht mehr das originale RAW-Foto, sondern die bearbeitete Version. Ein Alias sozusagen. Da in einem RAW-Foto wesentlich mehr Informationen gespeichert werden, steckt auch mehr drin. Ein originale RAW-Foto ist in aller Regel grau und flau.

Erst nach dem Öffnen lassen sich die Parameter so einstellen, dass selbst ein weiß ausgefressener Himmel noch Details liefern kann. So lassen sich sogar noch Wolken herzaubern, die auf einem JPEG-Foto komplett untergegangen wären.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Nachbearbeitung eines Fotos im RAW-Format ermöglicht es weit mehr herauszuholen, als man anfänglich denkt.

Die Nachteile vom RAW-Format

Etwas weiter oben sind sie bereits angedeutet: Die Nachteile von RAW. Dazu zählen:

  • Bilder MÜSSEN nachbearbeitet werden.
  • Für RAW-Bilder ist eine spezielle Software notwendig.
  • Unbearbeitete RAW-Fotos sehen grau, flau und hässlich aus.
  • RAW-Bilder kosten im Nachhinein mehr Zeit.
  • Es entstehen wesentlich größere Datenmengen.
  • Das führt dazu, dass mehr Kapazität bei Speicherkarten* nötig ist.
  • Auch der PC muss leistungsfähiger sein.

Die Vorteile des RAW-Format

Natürlich ergeben sich jede Menge Vorteile. Diese überwiegen normalerweise auch und lassen sämtliche Nachteile alt aussehen. Ist das Foto von vornherein schlecht, kann natürlich auch RAW nicht mehr herausholen. Ein Foto muss durchdachte sein. Doch das ist ein anderes Thema. Im Wesentlichen gibt es zwei hauptsächliche Vorteile:

Das fertige Foto wird wesentliche besser aussehen, als bei seinem JPEG Pendant. Im Nachhinein lässt sich ALLES ohne Verlust nachbearbeiten.

Das Fazit: 3 technische Gründe, die für das RAW-Format sprechen

Die eben genannten Vorteile sind natürlich eher generell gehalten. Es gibt jedoch auch einige wesentliche Gründe, die für RAW sprechen. Dazu zählen:

  1. Unmengen an Bildinformationen: Ein 12-Bit-RAW Foto enthält knapp 68 Milliarden Farbtöne. Ein 8-Bit JPEG Foto kann hingegen nur 16,7 Millionen Farbtöne umfassen.
  2. Verlustfreies Bearbeiten: Während ein JPEG Foto aus seiner Natur heraus verlustbehaftet ist, ist ein RAW-Foto immer verlustfrei gespeichert. Das JPEG Format an sich beruht auf Bildkompression. RAW nicht.
  3. Objektivkorrekturen: Dank RAW lassen sich Schwächen an Objektiven beheben. Vignetten, Farbränder oder auch Verzerrungen können quasi sofort entfernt werden.

Das Fazit: 3 optische Gründe, die für RAW sprechen

Nicht nur technische ist RAW JPEG weit überlegen. Auch auf optischer Seite ermöglicht das Format jede Menge:

  1. Weißabgleich im Nachhinein festlegen: Im Vorfeld muss nicht mehr über den Weißabgleich nachgedacht werden. Das geschieht nun einfach nachher. Ohne Verluste.
  2. Fotos lassen sich „retten“: Unscharfe Fotos lassen sich nicht retten. Falsch belichtete oder verrauschte Fotos hingegen schon. Also keine Sorge mehr bei „ausgefressenem“ Himmel oder zu dunklen Partien.
  3. Bessere Optionen beim Zuschneiden und Drehen: Wer JPEG Bilder zuschneiden oder drehen möchte, wird im Laufe der Bearbeitung Verluste feststellen. Bei RAW ist das nicht so. Dies liegt an der Art der Kompression, die bei JPEG Anwendung findet.

Keine Lust auf Nachbearbeitung?

Wer keine Lust auf Nachbearbeitung hat, sollte nicht im RAW-Format fotografieren. Alle anderen sollten sofort die Einstellungen an der Kamera ändern. Wer mehr will, als bloß ein paar Schnappschüsse machen, sollte sich mit den Parametern auseinandersetzen, die RAW bietet. Anfänglich wird das sicherlich mühseliger sein.

Im Laufe der Zeit wird sich jeder jedoch seine eigene Arbeitsweise aneignen und alles aus RAW herausholen, was möglich ist.

Digitalkamera kaufen – Mit der richtigen Kamera fotografieren lernen

Du möchtest eine Digitalkamera kaufen? Spätestens seit Mobiltelefone standardmäßig mit einer Kamera ausgestattet sind, ist das Fotografieren eine Tätigkeit für Jedermann geworden. Doch die Hobby- und Profi-Fotografie geht weit über das drücken des Auslösers hinaus. Wer ein tiefer gehendes Interesse daran hat, das Fotografieren zu lernen, steht vor der Frage, welche Digitalkamera für einen Neuling geeignet ist.

Der Markt ist riesig und der folgende Artikel soll eine kleine Übersicht über die einzelnen Kameratypen und deren Eigenschaften geben.

Digitalkamera kaufen – Welche Kamera ist die richtige?

Kompaktkamera – Die Standard-Kamera in vielen Haushalten

Kompaktkamera - die gebräuchlichste Digitalkamera kaufen

Die Kompaktkamera ist die gebräuchlichste Kamera, denn sie eignet sich für viele Verwendungszwecke. In erster Linie besticht sie durch ihre kleine Bauweise, die sie zu einem ständigen Begleiter in Hand- und Hosentasche macht. Die Bedienung der Kompaktkamera ist so konzipiert, dass der Nutzer sie ohne große Einarbeitung benutzen und mit ihr zufriedenstellende Fotos schießen kann.

Das ist insbesondere für Anfänger ein Vorteil, die einen leichten Einstieg in die Welt der Fotografie erhalten. Das Objektiv der Kamera ist zwar vielseitig, aber fest verbaut. Das verringert den Wartungs- und Reinigungsbedarf, geht aber auch mit einer geringeren Flexibilität einher. Die Qualität der Fotos, die eine Kompaktkamera liefert, ist grundsätzlich gut und für den alltäglichen Gebrauch zufriedenstellend.

Ein gravierendes Problem solcher Kameras beim Erlernen der Fotografie ist die geringe Auswahl an Einstellmöglichkeiten. Zwar lassen sich Blende, ISO und Belichtungszeit bei den meisten Modellen einstellen, jedoch sind diese Kennwerte nur eine sehr kleine Auswahl der Faktoren, die ein wirklich gutes Foto ausmachen.

Die Kompaktkamera eignet sich in erster Linie für Nutzer, für die ein unkomplizierter Transport und die kleine Größe des Geräts oberste Priorität haben. Sie bildet einen ersten Berührungspunkt mit der Welt der Fotografie, gibt jedoch nur einen sehr oberflächlichen Einblick und bietet dem angehenden Fotografen wenig Freiraum zur Spezialisierung.

Spiegelreflexkamera – Kamera nur für Profis?

Canon EOS 1100D Spiegelreflexkamera
Canon Spiegelreflexkamera

Eine Spiegelreflexkamera fällt optisch durch ihr großes und klobiges Design auf. Die Modelle sind so geformt, dass sie beim Fotografen gut in der Hand liegen. Eine solche Kamera bietet dem Nutzer eine große Entfaltungsmöglichkeit, denn die Objektive sind austauschbar und speziell für einzelne Anwendungsszenarien erhältlich.

Die Einstellmöglichkeiten sind umfangreich und lassen jede Menge Kreativität bei der Gestaltung der Fotos zu. Der oftmals große Sensor erlaubt es, mit einer Spiegelreflexkamera detailreiche und qualitativ hervorragende Fotos zu schießen. Den Bildausschnitt wählt der Nutzer anhand eines optischen Suchers, durch den er schaut, bevor er den Auslöser betätigt.

Die Einstellungen von Belichtung und anderen Kenngrößen sind im Sucher nicht sichtbar. Erst das fertige Foto zeigt deren Auswirkungen. Das kann besonders für Fotografie-Einsteiger bedeuten, dass ein zufriedenstellendes Ergebnis einige Zeit auf sich warten lässt. Die Auswahl der einzelnen Werte erfordert Einarbeitungszeit und kann einen Laien schnell entmutigen.

Deswegen eignet sie sich nur für wirklich ambitionierte und interessierte Anfänger. Ist der Start geschafft, ist die Spiegelreflexkamera ein Gerät, die den Nutzer in seiner Kreativität kaum einschränkt.

Spiegellose Systemkamera – Der gute Kompromiss

Eine neuere Erscheinung in der Welt der Fotografie sind die spiegellosen Systemkameras bezeichnet. Das Kameragehäuse erinnert eher an die kleinen Kompaktkameras und erlauben einen leichten Transport. Die Objektive sind auswechselbar, sodass diese Kamera seinem Nutzer Flexibilität erlaubt. Die Positionierung des Bildausschnitts gelingt entweder über einen elektronischen Sucher oder über das Display.

Der Vorteil für einen Einsteiger besteht darin, dass die von ihm getätigten Einstellungen sofort in der Vorschau sichtbar sind. Er benötigt mit den vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten zwar dennoch eine Einarbeitungszeit, diese ist aber wesentlich kürzer, da die Auswirkungen sofort ersichtlich sind.

Die Systemkamera ist ein guter Kompromiss aus einer kompakten Kamera mit schnellem Einstieg und der Flexibilität einer Spiegelreflexkamera. Fotografie-Neulinge kommen schnell zu qualitativ hochwertigen Fotos und können sich bei größerem Interesse mit dieser Kamera kreativ austoben.

Was ist eine spiegellose Systemkamera

Was ist eigentlich eine spiegellose Systemkamera? Um das Wort „spiegellos“ zu verstehen, hilft es, etwas über die Art zu wissen, wie die meisten Spiegelreflexkameras aufgebaut sind. Nahezu alle Canon-, Nikon-, Sony- und Pentax-Wechselobjektivkameras haben ein ähnliches industrielles Design: Licht dringt durch das Objektiv ein und wird durch ein spezielles Prisma vom Spiegeln reflektiert und gelangt zum Sucher.

Wenn Sie auf den Auslöser klicken, wird der Spiegel hochgeklappt, wodurch Licht auf den eigentlichen Bildsensor der Kamera fällt. Dieser Prozess mag wie eine Hightech-Lösung aussehen, aber es ist ein Anachronismus.

Lange bevor Digitalkameras existierten, verwendeten die meisten ihrer filmbasierten Gegenstücke dieselbe Methode, um Licht in den Sucher zu bringen, weil es eine nützliche Methode war, um Ihr Foto zu komponieren, bevor Sie auf den Auslöser klicken.

Aber dank der Fortschritte in der modernen Technologie ist diese Hochklappspiegel-Methode nicht länger notwendig, und eine neue Art von Kameras beginnt Einzug in die moderne digitale Fotografie zu halten. Diese neuen Modelle haben keinen hochklappbaren Spiegel und somit ist der Begriff „spiegellos“ entstanden.

Sony Alpha 6000 SystemkameraDie spiegellose Systemkamera, wie z.B. auch meine Sony Alpha 6000, ist unterteilt in viele verschiedene Arten auf dem Markt: Einige haben Wechselobjektive, andere bieten ein einzelnes eingebautes Objektiv und einige mit ihren eigenen Arten von Bildsensoren und anderen Eigenschaften, die für noch mehr Nischenmärkte geeignet sind. Allen gemeinsam ist jedoch das Fehlen eines hochklappbaren Spiegels.

Ob Sie es glauben oder nicht, besitzen Sie bereits eine spiegellose Systemkamera. Alle Smartphone-Kameras sind spiegellos. Statt eines winzigen Suchers, den Sie vor Ihr Auge halten, können Sie eine Vorschau Ihres Bildes direkt am Telefon oder auf der Rückseite der Kamera sehen.

Und wenn Sie Ihre Spiegelreflexkamera im „Live View“-Modus bedienen, in dem Sie anstelle des Suchers den hinteren LCD-Bildschirm für Ihre Aufnahmen verwenden, verwenden Sie die Spiegelreflexkamera im Wesentlichen bereits als spiegellose Kamera. (Der Klick, den Sie hören, wenn Sie in den Live View-Modus wechseln, ist der Spiegel, der hochfährt. Es bleibt so, bis Sie den Live-View-Modus verlassen.)

Tatsächlich ist die spiegellose Systemkamera der Spitzenklasse so weit gegangen, dass sie den traditionellen Okularsucher repliziert hat. Anstatt einfallendes Licht von einem Spiegel zu reflektieren, zeigt sie eine sehr kleine Version dessen, was normalerweise auf der Rückseite der Kamera angezeigt würde.

Spiegellose Systemkamera und die Sensorgröße

 

Spiegellose Systemkamera

Eine weitere Komponente von spiegellosen Systemkameras, die etwas technisch, aber genauso wichtig zu verstehen ist, ist die Sensorgröße. In Digitalkameras ist der Bildsensor im Wesentlichen ein Stück digitaler Film, der Licht aufnimmt, ähnlich wie der tatsächliche Film. Eine Vollformat Spiegelreflexkamera hat einen Bildsensor, der die gleiche Größe wie ein Stück 35-mm-Film hat, aber die meisten Spiegelreflexkameras für Verbraucher und praktisch alle Modelle ohne Spiegel sind Crop-Sensor-Kameras. Dies bedeutet, dass der Bildsensor kleiner ist, was zwei bemerkenswerte Auswirkungen hat:

  • Sie sind nicht so empfindlich für einfallendes Licht wie Vollformat-Kameras.
  • Sie beeinflussen die Art, wie sich Objektive verhalten, wenn es um Brennweiten und Tiefenschärfe geht.

Das gängigste Format von spiegellosen Kameras ist in einer von Olympus und Panasonic entwickelten Kategorie namens Micro Four Thirds zu finden, die sich auf die Größe und Form des Bildsensors selbst sowie auf die Arten von Objektiven bezieht, die bei diesen Modellen verwendet werden können.

Andere spiegellose Kameras verwenden einen APS-C-Sensor, der in einer gängigen Spiegelreflexkamera wie der Canon Rebel T5i und die Nikon D3200 verwendet wird (allerdings verwenden auch Canon und Nikon geringfügig andere Bildsensorgrößen), aber es gibt einige Modelle wie die Sony A7R, die auch Vollformat-Sensoren verwenden.

Vorteile einer spiegellosen Systemkamera

Diese neuen Kameratypen bieten einige wesentliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Spiegelreflexkameras, haben aber auch einige wichtige Einschränkungen. Denken Sie daran, wir sind nicht hier, um zu diskutieren, welche besser ist – das ist etwas, was nur Sie beantworten können, angesichts Ihrer einzigartigen Bedürfnisse als Fotograf.

Es ist wichtig, zu wissen, dass spiegellose Kameras einige bemerkenswerte Verkaufsargumente haben, aber auch einige Nachteile. Beides sollte man genau abwägen, wenn man eine neue Digitalkamera kaufen möchte.

Blende und Schärfentiefe erklärt

In diesem Artikel werden wir einige entscheidende Elemente besprechen, um eine größere kreative Kontrolle über Ihr endgültiges fotografisches Bild auszuüben. Anders als die Beleuchtung sind Komposition und Fokus (einschließlich der Schärfentiefe) die Hauptelemente, über die Sie die komplette Kontrolle ausüben können.

Fokus ermöglicht es Ihnen, ein Motiv zu isolieren und das Auge des Betrachters genau dorthin zu ziehen, wo Sie es haben möchten. Das Erste, was man beim Fokus verstehen sollte, ist die Schärfentiefe.

Schärfentiefe erklärt

geringe Schärfentiefe - Hintergrund verschwommen

Die Schärfentiefe ist die Front-to-Back-Zone einer Fotografie, in der das Bild gestochen scharf ist. Sobald ein Objekt (Person, Ding) aus diesem Bereich fällt, beginnt es den Fokus immer schneller zu verlieren, je weiter es aus der Zone herausfällt; z.B. näher an der Linse oder tiefer in den Hintergrund. Bei jeder Schärfentiefen-Zone gibt es einen Punkt des optimalen Fokus, in dem das Objekt am schärfsten ist.

Es gibt zwei Möglichkeiten, um die Eigenschaften der Tiefenschärfe zu beschreiben – flache Tiefenschärfe oder tiefe Tiefenschärfe. Flach ist, wenn der eingeschlossene Fokusbereich sehr eng ist, einige Zentimeter bis einige Fuß. Tief ist, wenn der eingeschlossene Bereich ein paar Meter bis unendlich ist. In beiden Fällen wird die Schärfentiefe vor dem Fokuspunkt und hinter dem Fokuspunkt gemessen.

Die Schärfentiefe wird durch drei Faktoren bestimmt: Öffnungsgröße, Entfernung vom Objektiv und Brennweite des Objektivs. Schauen wir uns an, wie es funktioniert.

Blende erklärt

verschiedene Blenden-Öffnungen im Vergleich
By KoeppiK GFDL or CC BY-SA 3.0 , from Wikimedia Commons

Die Blenden-Öffnung ist die Öffnung an der Rückseite der Linse, die bestimmt, wie viel Licht durch die Linse läuft und auf den Bildsensor fällt.

Die Größe der Blenden-Öffnung wird in f-stops gemessen – einer von zwei Zahlensätzen auf dem Objektivtubus (der andere ist die Fokussierungsdistanz). Die Blenden arbeiten als inverse Werte, sodass eine kleine Blendenzahl (etwa 1: 2,8) einer größeren Blendenöffnung entspricht, was zu einer geringen Tiefenschärfe führt; umgekehrt führt eine große Blendenzahl (beispielsweise f / 16) zu einer kleineren Blendenöffnung und damit zu einer größeren Tiefenschärfe.

Wirkung der Blende auf die Schärfentiefe

Das Manipulieren der Öffnung ist das einfachste und am häufigsten verwendete Mittel zum Einstellen der Tiefenschärfe.

Um eine tiefe, reiche und expansive Tiefenschärfe zu erreichen, sollten Sie den Blendenwert auf etwa f / 11 oder höher einstellen. Vielleicht haben Sie dieses Prinzip bereits bei der Betrachtung von Fotos gesehen, die während der hellsten Tageszeit aufgenommen wurden. In einem solchen Fall ist die Kamera typischerweise auf f / 16 oder höher eingestellt und die Schärfentiefe ist tief – vielleicht einige Meter vor und fast bis unendlich jenseits des genauen Fokuspunkts.

Blendenbereich

Der Öffnungsbereich kennzeichnet den größten bis kleinsten Bereich der Objektivöffnungen, d. h. f / 1,4 (bei einem superschnellen Objektiv) bis f / 32, mit inkrementellen „Blenden“ dazwischen (f / 2, f / 2.8, f / 4, f / 5.6, f / 8, f / 11, f / 16 und f / 22).

Jede f-Zahl stellt einen „Stopp“ des Lichts dar, ein Stopp ist eine mathematische Gleichung (was die Brennweite der Linse dividiert durch den Durchmesser der Blendenöffnung ist), die bestimmt, wie viel Licht unabhängig von der Länge in die Linse eintritt. Sodass ein f / 4 auf 50 mm eine kleinere Öffnung hat als ein f / 4 auf 200 mm, aber eine äquivalente Menge an Licht durchläuft beide Linsen, um den Bildsensor zu erreichen und somit die gleiche Belichtung zu liefern.

Jede Bewegung im Bereich (z. B. f / 2 bis f.2.8) reduziert die Lichtmenge um die Hälfte und jede Bewegung im Bereich (z. B. f / 11 bis f / 8) verdoppelt die Lichtmenge, die durch die Linse läuft.

Es ist wichtig, dieses Konzept zu verstehen und zu verstehen, wie es die Belichtung beeinflusst, da es zusammen mit der Belichtungszeit arbeitet, um einen bestimmten Belichtungswert (ISO-Wert) festzulegen.

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie die Blende um einen f-Stop ändern, müssen Sie die Verschlusszeit um einen Stopp in die entgegengesetzte Richtung verschieben, um eine gleichmäßige Belichtung zu erhalten… und diese Änderung der Blende ändert die Tiefenschärfe entsprechend.

Belichtungszeit erklärt

Um das perfekte Foto in jeder Situation zu schießen, ist die Einstellung der Belichtungszeit elementar. Die Belichtungszeit wird in Sekunden angegeben, Zeiten zwischen 1/60 Sekunden und 1/120 Sekunden sind normal.

Deshalb ist die Dauer der Belichtung so wichtig

Weshalb ist die Belichtungszeit so wichtig?

Zunächst ist sie ausschlaggebend dafür, wie lange das Umgebungslicht auf den Lichtsensor trifft. Damit entscheidet sie, ob das zu fotografierende Objekt zu kurz, genau ausreichend oder zu lange belichtet wird. Dadurch ist sie dafür verantwortlich, ob die Aufnahme scharf oder unscharf wird.

Die Schärfe durch die Belichtungsdauer

Scharfe Aufnahmen sind mit einer falsch eingestellten Belichtungsdauer geradezu unmöglich zu erhalten. Dieser Grundsatz gilt besonders dann, wenn das Motiv „aus der Hand“, also ohne die Zuhilfenahme eines Stativs aufgenommen wird. Durch die richtige Belichtungszeit wird somit das Gewackel der eigenen Hand ausgeglichen.

Die Belichtungszeit ist der Kehrwert der Brennweite. Die Berechnung ist somit ganz einfach. Bei einer Brennweite von 60 mm, muss eine Belichtungszeit von mindestens 1/60 s eingestellt werden. Diese einfache Grundregel sollte bei der Einstellung der Belichtungsdauer immer beachtet werden.

Perfekte Belichtungsdauer in jeder Situation

Belichtungszeit am Objektiv einstellbar

Damit der Fotograf immer die richtige Belichtungszeit für sein Motiv wählen kann, müssen die Umstände betrachtet werden, unter welchen er das Bild aufnimmt.

Bei einem sich bewegenden Objekt muss eine sehr kurze Belichtungsdauer gewählt werden. Wie kurz genau diese ausfällt ist davon abgängig, wie schnell sich das Motiv bewegt. Dabei gilt der Grundsatz „je schneller, desto kürzer“.

Der Fotograf sollte beachten, dass dies nicht nur bei Personen oder Tieren angewendet werden muss, sondern teilweise auch bei Landschaftsbildern. Denn hier wird oft übersehen, dass sich durch den Wind die Blätter der Bäume oder längeres Gras ebenfalls bewegt. Wird dann eine zu lange Belichtungsdauer eingestellt, wird die Aufnahme unscharf werden.

Ein Sonderfall liegt bei einem sich bewegenden Motiv vor, wenn der Fotograf die Bewegung darstellen möchte. Häufig wird dies als so genanntes „Lichtspuren Bild“ bezeichnet. Die Belichtungsdauer muss dann so hoch gewählt werden, dass die gesamte Bewegung eingefangen wird. Fällt sie jedoch zu kurz aus, wird nur ein Teil der Bewegung eingefangen und die Spur bricht unvermittelt ab. Die Charakteristik einer solchen Aufnahme ist dann nicht mehr gegeben.

Wird ein stillstehendes Objekt fotografiert und dafür ein Stativ verwendet, spielt die Belichtungszeit eine untergeordnete Rolle. Immerhin kommt es dann nur schwer zu Unschärfe.

Verzichtete der Fotograf hingegen auf ein Stativ und nimmt das Motiv direkt aus der Hand aus, muss die Belichtungsdauer beachtet und richtig eingestellt werden. Sie ist, wie bereits erwähnt von der Brennweite abhängig und ist dementsprechend auszulegen. Je größer die Brennweite, desto kleiner kann die Belichtungszeit ausfallen. Die Aufnahme wird dann gestochen scharf ausfallen. Teilweise ist es für den Laien dann nicht erkennbar, ob ein Stativ verwendet wurde oder nicht.

So erfolgt die Einstellung der Belichtungszeit

Für Einsteiger und unerfahrene Fotografen ist es teilweise nicht ersichtlich, an welcher Stelle sie die Möglichkeit haben, die Belichtungsdauer einzustellen. Die meisten Kameras verfügen heute über einen so genannten „Modus S“. Das „S“ steht für „Shutter“. Dabei handelt es sich um das englische Wort für „Verschluss“. Hier kann der Benutzer die richtige Dauer einstellen. Sie wird ihm fortan auf dem Display angezeigt.

Fazit: Das Wichtigste rund um die Belichtungszeit

Die Belichtungsdauer ist somit elementar wichtig, um ein scharfes und damit gutes Bild zu schießen. Besonders Laien und unerfahrene Fotografen haben bei ihr jedoch mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Wichtig ist es, sie an das Motiv und die Helligkeit (ISO-Wert) anzupassen. Besonders die Frage, ob sich dieses bewegt oder stillsteht ist entscheidend.

Wird jedoch ein Stativ verwendet, kann auf die Einstellung der Belichtungszeit in den meisten Fällen verzichtet werden. Die Einstellung kann ganz einfach im Modus S vorgenommen werden und wird fortan auf dem Display angezeigt werden.

Der ISO-Wert erklärt

Wie so vieles in der Fotografie hat der ISO-Wert seine Ursprünge in der analogen Fotografie mit Film. Er beschreibt das Ausmaß der Lichtempfindlichkeit von fotografischem Material. Nach welchen Kriterien sollte man ihn auswählen und was gibt es zu beachten?

Die Geschichte des ISO-Wertes

Aufdruck ISO-Wert auf Film

Herkömmlicherweise besteht der ISO-Wert aus zwei separaten Angaben, dem amerikanischen ASA-Wert und dem deutschen DIN-Wert, beispielsweise ISO 100/21°. Diese Zusammenführung war in den 1970er Jahren nötig geworden, da das Nebeneinander der beiden Einteilungssysteme immer wieder zu Verwirrungen geführt hatte.

Heute wird umgangssprachlich oft nur noch der ASA-Wert synonym mit dem ISO-Wert gebraucht. Der DIN-Wert ist inzwischen, insbesondere seit dem Aufkommen der Digitalfotografie, kaum noch in Verwendung. Was sagen die Zahlenangaben der beiden Skalen aus?

So funktioniert das System

Eine Verdoppelung des ASA-Wertes bedeutet eine praktische Verdoppelung der Lichtempfindlichkeit. Die klassische ASA-Reihe beinhaltet die Werte 25-50-100-200-400-800-1600-3200 und so fort. Sie ist jedoch nach oben und unten offen. Auch Zwischenwerte sind möglich, zum Beispiel 125, 160 oder 320 ASA. Die Verdoppelung oder Halbierung des ASA-Wertes entspricht dabei dem Wert von einer Blendenstufe oder einem Belichtungsschritt.

Ein praktisches Beispiel: Erfordert ein Film mit einer Empfindlichkeit von ASA 100 bei einer bestimmten Lichtsituation eine Belichtungszeit von 1/125 Sekunde und eine Blende von f 5,6, um eine Szenerie mit der korrekten Belichtung abzubilden, so benötigt ein Film mit einer Empfindlichkeit von ASA 50 bei gleichbleibender Blende eine Belichtungszeit von 1/60 Sekunde oder bei gleichbleibender Belichtungszeit eine Blende von f 4.

Das DIN-System ist dagegen in Dreierschritten unterteilt. ASA 100 entspricht hier 21 DIN, ASA 400 entspricht 24 DIN und so weiter. Da das ASA-System linear aufgebaut ist, konnte es sich letztlich leichter gegen das DIN-System durchsetzen.

Der Einfachheit halber wird im Folgenden, wie es heute umgangssprachlich geläufig ist, der ASA-Wert synonym mit dem ISO-Wert verwendet. Der DIN-Wert soll hier nicht weiter beachtet werden, da seine Verwendung aus der Mode gekommen ist.

Warum die höchste ISO-Empfindlichkeit nicht unbedingt die beste ist

ISO-Wert beim Fotografieren in der Nacht

Fotografie-Anfänger werden sich jetzt beim Lesen sicher fragen: Warum gibt es verschiedene ISO-Werte? Warum verwendet man beim Fotografieren nicht immer den höchstmöglichen Wert und kann dann bei entsprechend kurzen Belichtungszeiten arbeiten?

Die Antwort ist, weil ein höherer ISO-Wert auch viele Nachteile mit sich bringt. Beim Film ist es so, dass der höhere ISO-Wert in der Produktion durch größere Silberkörner erzielt werden muss. Diese besitzen eine größere Fläche und haben daher auch ein höheres Lichtaufnahmevermögen. Allerdings werden diese größeren Silberkörner auf dem vergrößerten Abzug auch schneller sichtbar als bei einem niedrigempfindlichen Film, der feinkörniger ist. Das Bild wirkt „grobkörnig“, wie man sagt. Die Auflösung feiner Details ist dadurch reduziert.

Bei der digitalen Fotografie muss die höhere Empfindlichkeit durch eine Verstärkung des elektrischen Signals am Sensor erfolgen. Dadurch wird jedoch auch die Wiedergabe von Störsignalen verstärkt, die sich als sogenanntes „Rauschen“ manifestieren.

Das Bild wirkt in der Vergrößerung flau und verwaschen, feine Details gehen unter. Die Auswirkungen einer höheren Empfindlichkeit sind daher bei Film und Sensor sehr ähnlich.

Welchen ISO-Wert sollte man verwenden?

Einen guten Kompromiss stellen Aufnahmen bei ISO 100 dar. Dies ist auch die Grundempfindlichkeit der meisten digitalen Bildsensoren, also die Empfindlichkeit, bei der ein optimales Ergebnis erzielt wird. Filme mit ISO 100 zeichnen sich durch hohe Auflösung und Schärfe aus, sie sind auch praktisch noch sehr gut zu handhaben. Es gibt zwar auch Filme mit ISO 20-25, welche nochmals eine bessere Auflösung liefern, doch sie erfordern häufig schon den Einsatz eines Stativs.

Aufnahmen bei wenig Licht verlangen natürlich nach einer höheren ISO-Zahl. Bei älteren Digitalkameras aus dem ersten Jahrzehnt nach der Jahrtausendwende markiert ein Wert von ISO 400 häufig schon das Ende des brauchbaren Empfindlichkeitsbereiches. Das Rausches nimmt hier schnell Überhand. Neuere Kameras, zumal mit APS-C oder Vollformatsensoren, erreichen dagegen auch bei ISO 3200 und darüber hinaus beachtliche Ergebnisse.

Bei Filmen stellen ISO 400-800 einen guten Kompromiss dar, wenn bei weniger Licht noch qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielt werden sollen. Vor allem bei Schwarzweissfilmen sind auch Filme mit ISO 3200 erhältlich, allerdings sind diese bereits sehr grobkörnig.

Das sollte man bei der ISO-Wahl beachten

Gerade bei unbewegten Motiven ist es immer besser, zur Not ein Stativ einzusetzen, als mit einem hohen ISO-Wert zu fotografieren. Bei bewegten Motiven, Portraits zum Beispiel, ist dies natürlich nicht praktikabel.

Als Faustregel gilt: Der ISO-Wert sollte so hoch bemessen sein, dass Aufnahmen möglich sind, ohne dass ein zu hohes Risiko von Verwacklung oder Bewegungsunschärfe auftreten kann. Er sollte aber gleichzeitig so niedrig wie möglich bemessen sein, um noch eine gute technische Qualität des Rohbildes beziehungsweise des Negativs/Dias sicherzustellen.

Vor allem bei der Filmauswahl sollte die ISO-Empfindlichkeit daher wohl überlegt sein. Digitalfotografen haben es hier einfacher, ein Klick ins Kameramenü oder ein Drehen am ISO-Rad genügt. Viele Digitalkameras bieten auch eine automatische ISO-Einstellung.

Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da die Digitalkamera unter Umständen mit unnötig hohen Werten fotografiert, was zu höherem Rauschen führt. Ambitionierte Fotografen steuern den ISO-Wert daher in der Regel manuell.