Fotografieren lernen – Welche Kamera sollte man kaufen?

Spätestens seit Mobiltelefone standardmäßig mit einer Kamera ausgestattet sind, ist das Fotografieren eine Tätigkeit für Jedermann geworden. Doch die Hobby- und Profi-Fotografie geht weit über das drücken des Auslösers hinaus. Wer ein tiefer gehendes Interesse daran hat, das Fotografieren zu lernen, steht vor der Frage, welche Kamera für einen Neuling geeignet ist.

Der Markt ist riesig und der folgende Artikel soll eine kleine Übersicht über die einzelnen Kameratypen und deren Eigenschaften geben.

Kompaktkamera – Die Standard-Kamera in vielen Haushalten

Kompaktkamera - die gebräuchlichste Kamera zum FotografierenDie Kompaktkamera ist die gebräuchlichste Kamera, denn sie eignet sich für viele Verwendungszwecke. In erster Linie besticht sie durch ihre kleine Bauweise, die sie zu einem ständigen Begleiter in Hand- und Hosentasche macht. Die Bedienung der Kompaktkamera ist so konzipiert, dass der Nutzer sie ohne große Einarbeitung benutzen und mit ihr zufriedenstellende Fotos schießen kann.

Das ist insbesondere für Anfänger ein Vorteil, die einen leichten Einstieg in die Welt der Fotografie erhalten. Das Objektiv der Kamera ist zwar vielseitig, aber fest verbaut. Das verringert den Wartungs- und Reinigungsbedarf, geht aber auch mit einer geringeren Flexibilität einher. Die Qualität der Fotos, die eine Kompaktkamera liefert, ist grundsätzlich gut und für den alltäglichen Gebrauch zufriedenstellend.

Ein gravierendes Problem solcher Kameras beim Erlernen der Fotografie ist die geringe Auswahl an Einstellmöglichkeiten. Zwar lassen sich Blende, ISO und Verschlusszeit bei den meisten Modellen einstellen, jedoch sind diese Kennwerte nur eine sehr kleine Auswahl der Faktoren, die ein wirklich gutes Foto ausmachen.

Die Kompaktkamera eignet sich in erster Linie für Nutzer, für die ein unkomplizierter Transport und die kleine Größe des Geräts oberste Priorität haben. Sie bildet einen ersten Berührungspunkt mit der Welt der Fotografie, gibt jedoch nur einen sehr oberflächlichen Einblick und bietet dem angehenden Fotografen wenig Freiraum zur Spezialisierung.

Spiegelreflexkamera – Kamera nur für Profis?

Canon EOS 1100D SpiegelreflexkameraEine Spiegelreflexkamera fällt optisch durch ihr großes und klobiges Design auf. Die Modelle sind so geformt, dass sie beim Fotografen gut in der Hand liegen. Eine solche Kamera bietet dem Nutzer eine große Entfaltungsmöglichkeit, denn die Objektive sind austauschbar und speziell für einzelne Anwendungsszenarien erhältlich.

Die Einstellmöglichkeiten sind umfangreich und lassen jede Menge Kreativität bei der Gestaltung der Fotos zu. Der oftmals große Sensor erlaubt es, mit einer Spiegelreflexkamera detailreiche und qualitativ hervorragende Fotos zu schießen. Den Bildausschnitt wählt der Nutzer anhand eines optischen Suchers, durch den er schaut, bevor er den Auslöser betätigt.

Die Einstellungen von Belichtung und anderen Kenngrößen sind im Sucher nicht sichtbar. Erst das fertige Foto zeigt deren Auswirkungen. Das kann besonders für Fotografie-Einsteiger bedeuten, dass ein zufriedenstellendes Ergebnis einige Zeit auf sich warten lässt. Die Auswahl der einzelnen Werte erfordert Einarbeitungszeit und kann einen Laien schnell entmutigen.

Deswegen eignet sie sich nur für wirklich ambitionierte und interessierte Anfänger. Ist der Start geschafft, ist die Spiegelreflexkamera ein Gerät, die den Nutzer in seiner Kreativität kaum einschränkt.

Spiegellose Systemkamera – Der gute Kompromiss

Bridgekamera oder Systemkamera von NikonEine neuere Erscheinung in der Welt der Fotografie sind die spiegellosen Systemkameras oder auch als Bridgekamera bezeichnet. Das Kameragehäuse erinnert eher an die kleinen Kompaktkameras und erlauben einen leichten Transport. Die Objektive sind auswechselbar, sodass diese Kamera seinem Nutzer Flexibilität erlaubt. Die Positionierung des Bildausschnitts gelingt entweder über einen elektronischen Sucher oder über das Display.

Der Vorteil für einen Einsteiger besteht darin, dass die von ihm getätigten Einstellungen sofort in der Vorschau sichtbar sind. Er benötigt mit den vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten zwar dennoch eine Einarbeitungszeit, diese ist aber wesentlich kürzer, da die Auswirkungen sofort ersichtlich sind.

Die Systemkamera ist ein guter Kompromiss aus einer kompakten Kamera mit schnellem Einstieg und der Flexibilität einer Spiegelreflexkamera. Fotografie-Neulinge kommen schnell zu qualitativ hochwertigen Fotos und können sich bei größerem Interesse mit dieser Kamera kreativ austoben.