Für wen lohnt sich eine Spiegelreflexkamera?

Die Spiegelreflexkamera wird allgemein der Königsklasse aller Fotoapparate zugeordnet. Sie ist natürlich teurer als eine Kompaktkamera oder Bridgekamera, doch in jüngster Zeit sind die Preise gefallen. Es stellt sich also die Frage: Für wen lohnt sich eine Spiegelreflexkamera?

Natürlich eignet sich eine Spiegelreflexkamera nicht nur für Profis. Es gibt auch tolle Spiegelreflexkameras für Einsteiger. Aus diesem Grund wollen wir hier einfach mal etwas genauer hinschauen.

Was ist eine Spiegelreflexkamera?

Spiegelreflexkamera Nikon D7200

Die SR-Kamera verfügt über einen Spiegel zwischen dem Objektiv und der Bildebene. Es gibt sie als ein- oder zweiäugige Kamera. Die zweiäugige Variante (TLR = twin lens reflex) hat zwei Objektive, zeigt stets das Sucherbild, ist sehr leise, aber auch groß, schwer und teuer. Sie wird praktisch nur von professionellen Fotografen eingesetzt.

Gängige Spiegelreflexkameras für den ambitionierten Laien sind einäugige Varianten (SLR = single lens reflex) mit dementsprechend nur einem Objektiv, klappbarem Rückschwingspiegel und der Möglichkeit, das Objektiv zu wechseln. Sie erlauben Fotos in sehr hoher Qualität.

Wo entfaltet die Spiegelreflexkamera ihre Vorzüge?

Es gibt bestimmte fotografische Situationen, in denen eine Spiegelreflexkamera ihre Vorzüge wirklich ausspielt. Das sieht jeder Betrachter (nicht nur ein Kenner) auf den Bildern. Schauen wir uns diese Situationen im Detail an.

Portraitaufnahmen

Hiermit sind generell Bilder von unbewegten Personen oder Tieren gemeint. Bei Portraits sind mit einer Spiegelreflexkamera ausgezeichnete Freistellungen zu erreichen. Das ist die Abgrenzung der portraitierten Person oder des Tieres vom Hintergrund.

Wichtig ist diese Abgrenzung, damit das Bild plastisch wirkt. Kompaktkameras oder Bridgekameras mit kleinerem Sensor schaffen das nicht in dieser Qualität.

Aufnahmen bei schlechtem Licht

Viele Fotos, gerade Schnappschüsse, entstehen bei schlechtem Licht. Schlechtes Licht ist beim Fotografieren durch die Beleuchtungsstärke Lux definiert, der die Lichtempfindlichkeit der Kamera als ISO-Zahl gegenübersteht. Wichtig zu wissen: Unsere Augen nehmen schlechtes Licht nicht so wie eine Kamera wahr, weil sie über die Fähigkeit der Adaptation (Lichtanpassung) verfügen.

Bei schlechtem Licht weiten sich unsere Pupillen und lassen mehr Licht ins Auge, bei starkem Licht verengen sie sich, sodass wir Beleuchtungsstärken nicht so sehr wie eine Kamera unterscheiden können.

Wenn nun bei schlechtem Licht fotografiert wird, so in Innenräumen, ist die Spiegelreflexkamera wegen ihrer höheren Lichtempfindlichkeit anderen Kameras eindeutig überlegen. Die Technik des Spiegelreflexes sorgt außerdem für eine höhere Rauscharmut auf den Bildern.

Bildrauschen ist eine Verpixelung bzw. Körnung des Bildes, die gerade in Randbereichen kleinere Details unkenntlich machen kann. Bei Kompaktkameras ist dieser Effekt bei schlechtem Licht relativ deutlich zu sehen: Die Bildschärfe ist sehr ungleich verteilt.

Eine Spiegelreflexkamera hingegen schafft auch bei schwachem Licht die Schärfenverteilung bis an jeden Bildrand.

Fotografieren von bewegten Objekten

Alle Kameras müssen für bewegte Objekte „scharf gestellt“ werden, was eine Anpassung der Blende und Belichtungszeit bedeutet. Es gilt: Bei schneller Bewegung, so bei Bildern von Sportlern, dem Straßenverkehr oder Tieren, muss die Belichtungszeit sehr kurz sein, was natürlich eine große Blende erfordert, um in der kurzen Zeit genügend Licht in die Kamera zu lassen.

Generell nehmen Spiegelreflexkameras das Licht besser auf, weshalb die Anpassung schneller geht als bei einer spiegellosen Kamera. Auf Letzterer sind bewegte Personen, Tiere und Objekte daher oft unscharf (zu lange Belichtungszeit) oder zu dunkel (zu kleine Blende) oder auch beides. Auch hier zeigt sich also die Spiegelreflexkamera überlegen.

Für wen lohnen sich die Mehrausgaben für eine Spiegelreflexkamera?

Objektiv an einer Spiegelreflexkamera

Alle Fotografen, die

  • Schnappschüsse
  • auch bei ungünstigem Licht und
  • von bewegten Objekten

machen wollen, sollten auf eine Spiegelreflexkamera setzen. Dies bedeutet übrigens nicht, dass sie dafür Unsummen ausgeben müssen. Es gibt auch spiegellose Kameras im vierstelligen Preisbereich, andererseits erhältst Du eine wirklich brauchbare Spiegelreflexkamera auch schon zwischen 600 und 1000 Euro.

Wenn es um einen Preisvergleich geht, müssten also sämtliche Funktionen einer Spiegelreflexkamera mit denen eines gleichwertigen spiegellosen Modells verglichen werden: In diesem Fall ist die Spiegelreflexkamera teurer.

Doch der Preisunterschied beträgt vielleicht 20 bis 30 Prozent. Das sollte Dir das Qualitätsplus vielleicht wert sein.

Fazit

Spiegelreflexkameras sind keinesfalls nur für Profifotografen oder sehr emsige Hobbyfotografen geeignet. Gerade für die beliebten Schnappschüsse im Urlaub oder bei Familien-, Vereins- und Betriebsfeiern sind sie immer zu bevorzugen.

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