Crop Faktor: Was bedeutet das eigentlich genau?

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Egal, ob Du neu in der Fotografie sind oder schon lange fotografierst, Du hast wahrscheinlich schon von etwas gehört, das sich „Crop Faktor“ nennt. Heutzutage, wo viele Kameras und Kamerasysteme erhältlich sind, taucht dieser Begriff sehr oft in Büchern, Artikeln, Marktmaterialien, Tabellen mit Produkteigenschaften auf, und vielleicht hast Du den Begriff sogar in Gesprächen mit Fotografen gehört.

Der folgende Beitrag bezüglich des Begriffs Crop Faktor ist für Anfänger geschrieben, daher wurden einige Begriffe so weit wie möglich vereinfacht.

Gutes Foto – der Blick in die Entwicklung

Vor dem digitalen Zeitalter galten 35-mm-Filmkameras aufgrund ihrer Massenakzeptanz und Popularität als Referenz. Wenn jemand ein 50-mm-Objektiv an einer Film-Spiegelreflexkamera verwenden würde, könnte jeder vorhersagen, wie es aussehen würde, also war es ziemlich einfach, die verschiedenen Objektive und Brennweiten zu verstehen und vorherzusagen.

Technologische Schwierigkeiten und hohe Produktionskosten machten es unangemessen, Kamerasensoren dieser Größe für 35-mm-Filmkameras herzustellen, sodass Kamerahersteller damit begannen, kleinere Sensoren für digitale SLR-Kameras herzustellen.

Der reibungslose Übergang von Filmkameras zu Digitalkameras bedeutete, Kameraanschlüsse und Objektive getrennt zu halten, damit diejenigen, die auf das neue Kamerasystem umsteigen wollten, Kameragehäuse austauschen konnten, ohne sich um den Kauf von Objektiven und anderem Zubehör kümmern zu müssen.

Aber die Verwendung eines kleineren als 35-Film-Sensors stellte ein neues Problem dar – sowohl das Sichtfeld als auch die Aufnahme sahen schmaler aus, weil die Ränder des Fotos „beschnitten“ oder abgeschnitten waren.

Deckt der Sensor den gesamten Bereich des Bildkreises (bezogen auf das Kleinbildformat von 24 mm × 36 mm) ab, spricht man von einem „Vollformatsensor“, deckt er einen kleineren Bereich ab und schneidet andere Teile des Bildes ab, spricht man von einem „Crop-Sensor“ bzw. dem Crop Faktor. Vollformatsensoren haben eine ähnliche Größe wie 35-mm-Filmsensoren (36 mm x 24 mm), während Crop-Sensoren kleiner sind und je nach System und Hersteller variieren können.

Crop Faktor Vergleich verschiedener Sensorgrößen
Compumundo, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Obwohl „Vollbild“ und „Crop Faktor“ die gebräuchlichsten Namen für Digitalkamerasensoren sind, verwenden einige Hersteller möglicherweise andere Namen für ihre Kameras und Sensoren.

Ein Foto, das mit einem kleinen Sensor aufgenommen wurde, ist schmaler oder stärker „herangezoomt“, während ein Foto, das mit einem Vollformatsensor aufgenommen wurde, breiter ist. Dies ist ein Problem, das wir bereits erwähnt haben – obwohl Objektiv und Brennweite konstant bleiben, entsteht ein unterschiedlicher, schmaler Blickwinkel zwischen den Abmessungen derselben Szene, die mit dem kleinen Sensor und dem Vollformatsensor aufgenommen wurde.

Eine gute Analogie zum Verständnis dieses Effekts ist die Verwendung eines echten Fotos. Wenn Du ein 8×10-Foto machst, die Ränder mit einer Schere abschneidest und die Größe auf 6×8 änderst, tust Du genau dies, wenn Du somit den Crop Faktor verwendest.

Was genau macht den Crop Faktor aus?

Nachdem wir nun wissen, wie sich Sichtfeld und Bild bei unterschiedlichen Sensorgrößen verändern, sprechen wir ein wenig über den Crop Faktor im Detail. Was ist das und was bewirkt es? Damit Fotografen leicht nachvollziehen können, welche Änderungen im Sichtfeld im Vergleich zu einer 35-mm-Kamera auftreten, haben Hersteller eine Methode entwickelt, mit der sich die äquivalenten Entfernungen von Objektiven einfach berechnen lassen.

Weitwinkelobjektive sind nicht wirklich so weit winkelig, da die Ränder des Fotos abgeschnitten werden und Teleobjektive Objekte näherbringen. Der „Crop Faktor“ ist ein Verhältnis, das zu einer Kleinbild-/Vollformatkamera gemacht wird.

Wenn Du die angegebene Crop Faktor – Zahl mit der Brennweite des Objektivs multiplizierst, erhältst Du die äquivalente Brennweite Deines Objektivs.

Zum Beispiel haben die „DX“-Kameras von Nikon einen Crop Faktor von 1,5x. Wenn Du also mit einem 24-mm-Weitwinkelobjektiv aufnimmst, erhältst Du 36 mm, indem Du die Brennweite des Objektivs von 24 mit 1,5 multiplizierst. In diesem Sinne ergibt das Aufnehmen mit einer Vollformatkamera mit 24 mm auf einer Crop-Sensor-Kamera ein 36-mm-Ergebnis.

Vergleich Wirkung Vollformat-Sensor und APS-C Sensor
Rama, CC BY-SA 2.0 FR, via Wikimedia Commons

Wenn Du andererseits das 24-mm-Objektiv an der Crop-Sensor-Kamera und das 36-mm-Objektiv an der Vollformatkamera anbringst und die aufgenommenen Bilder vergleichst, liegt das Sichtfeld nahe beieinander.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die verglichenen Ergebnisse gleich sind – eine Änderung der Brennweite wirkt sich drastisch auf Perspektive, Schärfentiefe und Hintergrundunschärfe aus, aber das ist ein Thema für einen anderen Beitrag.

Objektivgröße / Systemgröße

Hersteller haben einige Vorteile bei der Verwendung kleiner Sensoren festgestellt. Sie könnten kürzere, leichtere und kleinere Objektive mit weniger Glas herstellen und die Ränder der fotografischen Kreise nicht verwenden. Warum sollten sie all diesen Platz verschwenden?

Dieser Prozess war die Geburtsstunde kleinerer Objektive, dann verbesserte sich die Technologie, insbesondere Crop-Sensoren und „spiegellose“ Kameras mit kleinen Objektiven tauchten auf.

Wenn Du heutzutage Objektive für eine DSLR kaufst, stößt Du oft auf Objektive, die für Crop-Sensor-Kameras hergestellt wurden. Da diese Objektive einen kleineren Bildrand haben, funktionieren sie auf Vollformatkameras überhaupt nicht. Andersherum ist es aber z.B. bei Canon möglich, Objektive die für Vollformat-Kameras (EF-Anschluss) entwickelt wurden an APS-C Kameras (EF- und EF-S-Anschluss) zu verwenden.

Die Hersteller haben verschiedene Abkürzungen entwickelt, die neben den Objektivnamen hinzugefügt werden, damit Objektivkäufer nicht wegen der für Crop-Sensoren entwickelten Objektive ins Dilemma geraten.

Sensorgröße und Auflösung

Da jede Kamera aus Sensoren besteht, die aus Millionen von Pixeln bestehen, sollten Kameras mit kleinen Sensoren weniger Pixel haben, oder? Nein. Wenn der Sensor aus kleineren Pixeln besteht, können beide Sensoren die gleiche Auflösung haben – in einigen Fällen kann eine Crop-Sensor-Kamera sogar mehr Pixel enthalten als eine Vollformatkamera.

Beispielsweise hat die Nikon D4 mit ihrem 36 x 23,9 mm Sensor 16 Millionen Pixel, während die Nikon D7000 mit ihrem 23,6 x 15,6 mm Sensor ebenfalls 16 Millionen Pixel hat. Obwohl es einen großen Unterschied in der Sensorgröße gibt, enthalten beide die gleiche Anzahl von Pixeln unterschiedlicher physikalischer Größe.

Die Pixel des Nikon-D4s-Sensors sind 7,3 µm groß, während die Pixel des D7000-Sensors mit nur 4,78 µm kleiner sind, sodass die Pixelanzahl auf beiden Sensoren gleich sein kann.

Kleinere Sensoren bedeuten mehr Rauschen und weniger Dynamikbereich, und in diesem Beispiel wird die Nikon D7000 bei schlechten Lichtverhältnissen wohl nicht an die Nikon D4 heranreichen.

Allerdings können moderne Crop-Sensoren ziemlich gut mit Rauschen bei niedrigen bis mittleren ISO-Werten umgehen. Bei gutem Licht ist es fast unmöglich, den Unterschied zwischen einer Vollformatkamera und einer Crop-Sensor-Kamera zu erkennen. Deshalb kommen hier einige der Vorteile von Crop-Sensor-Kameras zum Tragen.

Kleine Sensoren liefern bei guten Lichtverhältnissen sehr effektive Ergebnisse. Wenn Du also mit Kameras mit zwei verschiedenen Sensoren bei gleichen Lichtverhältnissen arbeitest, sind Kameras mit kleinen Sensoren vorteilhafter, um näher an das Geschehen heranzukommen. Auch wenn das Foto beschnitten ist, wird es auch vergrößert!

Sport- und Naturfotografen möchten möglicherweise ein entsprechendes Setup einrichten, da die längeren Objektive, die sie haben, eine größere „Reichweite“ bei Verwendung mit Crop-Sensor-Kameras ermöglichen.

Beispielsweise würde ein 300-mm-Objektiv einer Crop-Sensor-Kamera einem 450-mm-Bild entsprechen, das mit einer 35-mm-Film-/Vollbildkamera aufgenommen wurde. Wenn schlechte Lichtverhältnisse nicht kritisch sind, ergibt sich ein enormer Gewinn an Reichweite und ein großer Vorteil.

11 Kommentare

  1. Der Crop Faktor hat mit dem Sensorverhältnis, oder Sensorgrösse nichts zu tun und sind verschieden.
    Beim MFT ist der Crop Faktor 2, der Sensor ist aber 4 mal kleiner als das Vollformat.

      1. Sie haben einen Denkfehler.
        Sie schreiben: Deckt der Sensor den gesamten Bildkreis ab, spricht man von einem Vollformat. Das ist falsch.
        Der MFT Sensor deckt den gesamten Bildkreis ab und der Sensor ist vier Mal kleiner als der Vollformatsensor.
        Das Verhältnis zwischen Sensor und Brennweite bleibt gleich. Der Crop Faktor bestimmt dieses Verhältnis, ABER JETZT MACHEN SIE DEN FEHLER, DEN KEIN MENSCH VERSTEHT, IST FOLGENDES:
        DER MFT SENSOR IST 4 MAL KLEINER ALS DER VOLLFORMAT SENSOR. DER CROP FAKTOR IST ABER 2 UND NICHT 4.

        1. Das Problem ist, dass Sie anscheinend überlesen haben, dass sich meine aussage zum Bildkreis auf Vollformat bezieht. Nicht ohne Grund ist ja da auch die entsprechende Grafik eingebaut, die das veranschaulicht.

  2. Der Bildkreis wird kleiner, wenn der Sensor kleiner wird.
    Der MFT Sensor ist 4 mal kleiner, als das Vollformat, aber deckt den MFT BILDKREIS vollständig ab.
    Das Problem, das Sie beschreiben tritt nur auf, wenn man den Vollformat Sensor gegen einen APS-C Sensor austauscht.
    Dann ist der Bildkreis grösser als der Sensor.
    Das haben Sie aber auch nicht, wenn man ein reines APS-C Sytem hat. Dann ist der Bildkreis wieder so groß wie der Sensor.

  3. Das Problem mit dem Crop Faktor versteht leider kein Mensch.
    Es wird permanent geschrieben, das der Crop Faktor beim MFT System 2 beträgt. Wenn man dan sagt, aber schreibt, das der Sensor aber 4 mal kleiner ist, aber der Crop Faktor nur 2 ist, fängt das geistige Chaos an.
    Der Crop Faktor beschreibt nur das Verhältnis zu den BRENNWEITEN, wenn das gleiche Bild entstehen soll, wenn man ein Bild haben möchte, das mit einer Vollformatkamera aufgenommen wurde.
    Der Crop Faktor hat mit dem Verhältnis zu der Sensorgrösse aber nichts zu tun und somit auch nicht mit dem Bildkreis.
    UND DAS SCHREIBEN SIE UND ALLE ANDEREN.
    DAS IST FALSCH.

  4. Wenn der Crop Faktor das Verhältnis zu der Sensorgrösse beschreiben würde, dann wäre der Crop Faktor beim MFT System 2.
    Es ist aber 4 und NICHT 2.
    Es wird ja permanent geschrieben, das der APS-C Sensor den Crop Faktor 1,5 oder 1,6 hat.
    Und beim MFT System 2 beträgt.
    Diese Zahlen beschreiben lediglich den Faktor der BRENNWEITE.
    Es wird NICHTS ausgesagt zu der Sensorgrösse.
    Die Sensorgrösse haben mit dem CROP FAKTOR NICHTS ZU TUN.

    1. Natürlich werden die Kommentare veröffentlicht, auch wenn Sie hier anscheinend nur das MFT-Format in den Himmel heben wollen und ihre Kommentare teilweise einfach falsch sind. Aber ich sitze sicher nicht Samstag Abend um 21:30 Uhr am Rechner, um mich um ihre Kommentare zu kümmern.

  5. Sie schreiben: Kleinere Sensoren bedeuten mehr Bildrauschen und haben einen kleineren Dynamikumfang.

    Das ist leider falsch.
    Wenn man das MFT System mit einem Vollformat System vergleicht, stellt man folgendes fest:
    Bei beiden Systemen wird ein 600 mm Objektiv mit f4.0 eingesetzt.
    Vollformat VF: 600 mm f4
    MFT: 300 mm f4 bezogen auf VF ein 600 mm f4 (Brennweite).
    Das MFT System kommt aber mit 4 mal weniger Licht aus, um die Blende f4 zu erreichen.
    Die Blende beschreibt das Verhältnis aus Brennweite geteilt durch den größten Objektivdurchmesser.
    Wenn der VF Sensor 4 mal größer ist als der MFT Sensor, dann muss auch 4 mal mehr Licht auf den Sensor treffen, um die gleichen Belichtungswerte zu erreichen.
    Vergleichbar mit 2 Gläser in klein oder groß. Wenn das Wasser das Licht ist, dann braucht man 4 mal mehr Wasser um das Glas zu füllen.
    Was bedeutet das für die Systeme?
    Man muss beim VF System die ISO Zahl deutlich hochsetzen, um die Belichtungswerte zu halten.
    Ein hoher ISO Wert bedeutet aber mehr Bildrauschen.
    Das MFT ist aber viel Lichtstärker, weil man viel weniger Licht benötigt.
    Das ist der zweite Fehler, der gemacht wird.
    Wenn man ein MFT Objektiv mit einem VF Objektiv vergleichen möchte, dann wird beim MFT Objektiv nur die Brennweite mit 2 multipliziert, nicht aber die Blende.
    Ein MFT Objektiv 300mm f4 ist umgerechnet auf VF ein 600 mm f4 und kein f8 Objektiv.
    Jetzt werden die Zahlen 4 und 2 deutlich. Der MFT Sensor ist 4 mal kleiner, die Brennweite verdoppelt sich aber nur um 2.

    1. Sorry aber die Aussage, dass MFT viel lichtstärker ist als Vollformat ist ja wohl ein Witz. Dann frage ich mich doch warum Profifotografen nur mit schweren Vollformatkameras mit riesigen Objektiven rumlaufen die ein Schweinegeld kosten…

      Die gleiche Anzahl Pixel auf einer kleineren Fläche heißt einfach, dass es leichter zu Störungen (Rauschen) kommen kann. Ich zitiere dazu einfach mal die Wikipedia:

      Bei gleicher Belichtung ist die vom Film oder Sensor eingefangene Lichtmenge proportional zur Fläche des Aufnahmeformates.

      Und mehr Licht heißt einfach weniger Rauschen!

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