Polarisationsfilter – kurz auch Polfilter – erklärt

Der Name „Polarisationsfilter“ spricht viel für sich. Eine Vielzahl von Filtern hilft Fotografen, Bilder während der Aufnahme zu beeinflussen. Der Polarisationsfilter ist einer davon. Du kannst diese besonderen Filter verwenden, um Blendung und Reflexionen zu reduzieren.

Aber das ist nicht alles! Erfahre im folgenden Text alles über den richtigen Einsatz und die Vorteile von Polfiltern in der Fotografie, speziell natürlich in der Naturfotografie.

Die Funktionsweise eines Polarisationsfilters

Kamera-Polfilter in verschiedenen Orientierungen vor einem LCD-Monitor, der linear polarisiertes Licht abgibt. In schräger Stellung ist die Transmission deutlich vermindert, in Querstellung fast null.
Kamera-Polfilter in verschiedenen Orientierungen

Licht schwingt von Natur aus in drei Dimensionen. Licht wird von Lichtquellen emittiert, von anderen Objekten reflektiert und von bestimmten Oberflächen absorbiert. Wenn Licht durch den Raum reist, schwingt es in drei Dimensionen. Der Filter sorgt dafür, dass das Licht nicht mehr in mehreren Ebenen schwingen kann.

Er verändert es so, dass das Licht ausschließlich nur noch auf einer Ebene schwingen kann. Jeder Polarisationsfilter kann dabei gedreht werden, um die Gradzahl und die Richtung der Polarisation genau einzustellen.

Der Unterschied zwischen linearen und zirkularen Polfiltern

Ein üblicher Polarisationsfilter ist meist linear. Der Filter lässt nur aus einer bestimmten Polarisationsrichtung Licht passieren, unabhängig von der Richtung des Lichts.

Leider haben Belichtungsmesssysteme in Spiegelreflexkameras und Systemkameras mit dem linear polarisierten Licht Probleme und können somit verfälschte Ergebnisse liefern. Für die Umgehung dieses Problems werden sogenannte zirkulare Polarisationsfilter eingesetzt: Sie filtern Licht zunächst ebenfalls wie bei der linearen Variante in eine Polarisationsrichtung heraus, „zyklisieren“ aber die Polarisation in Kamerarichtung.

Für das Messsystem einer Kamera ist diese Variante so gut, wie wenn das Licht nicht polarisiert eintrifft. Somit erfüllt ein zirkularer Filter vor dem Objektiv den gleichen Zweck wie ein linearer Filter, vermeidet jedoch mögliche Messprobleme.

So wendest du einen Polfilter richtig an

Du kannst den Filter direkt auf das Objektiv schrauben. Drehe ihn einfach für einen polarisierenden Filtereffekt. Die Drehung gegen den Uhrzeigersinn verstärkt den Effekt. Eine Drehung im Uhrzeigersinn reduziert ihn dagegen. Bei einigen Varianten kann es auch umgekehrt sein. Ein Großteil der Polfilter ist stufenlos regelbar, sodass du genau einstellen kannst, welchen gewünschten Effekt du erzielen möchtest.

Manchmal erscheinen Bilder mit dem Filter etwas dunkel auf dem Display. Ich empfehle dir, im RAW-Format zu fotografieren, anstatt den ISO-Wert zu erhöhen. Auf diese Weise kannst du das Bild später während des Importvorgangs aufhellen und Parameter neu anpassen.

Stelle dabei sicher, dass du den Polfilter immer in der mitgelieferten Verpackung aufbewahrst. Kratzer können dein Bild schnell verzerren. Wenn der Filter also nicht auf das Objektiv geschraubt ist, lasse ihn immer im Gehäuse.

Polfilter an meiner Canon EOS 200D

Die Vorteile eines Polfilters

Polfilter reduzieren Reflexionen und Lichtreflexe. Dadurch können Fotos beim Fotografieren frei von störenden Faktoren sein. Selbst mit guten Fähigkeiten in der Bildbearbeitung wird die Nachbearbeitung am PC niemals die gleichen Ergebnisse erzielen wie die Verwendung eines Polfilters. Die Filter können in verschiedenen Situationen verwendet werden.

Neben ND-Filtern und Graustufen-Verlaufsfiltern ist er einer der beliebtesten kleinen Helfer vor allem in der Landschaftsfotografie oder einfach im Freien wird er häufig genutzt.

Die Farbensättigung erhöhen

Objekte reflektieren Licht. Sonst wäre es für das menschliche Auge nicht einmal möglich, diese zu sehen. Manchmal sind die Reflexionen jedoch so stark, dass es möglich ist, dass die Farben verfälscht werden. Sattgrünes Gras beispielsweise kann plötzlich blass und matt erscheinen, weil starke Lichtreflexe die Farbintensität abmildern lassen. Auch hier helfen Polfilter. Diese reduzieren nicht nur Reflexionen, sondern verleihen den Motiven auch eine kräftige, natürliche Farbe.

Entfernen von Reflexionen

Oftmals in der Fotografie kommt das eigentliche Motiv nicht richtig zur Geltung, da die Sonneneinstrahlung Reflexionen aufwirft und der Fokus verloren geht. In diesem Fall kann mit Polfiltern die Sonne fast vollständig aus dem Bild entfernt werden. Die Aufmerksamkeit des Betrachters ist ganz auf das eigentliche Thema gerichtet. Im Allgemeinen werden die Filter häufig verwendet, wenn es um Spiegelungen auf Wasseroberflächen geht.

Vergleich ohne und mit Polfilter
Clemens Pohl, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Was solltest du beim Kauf von Polfiltern beachten?

Damit ein Polarisationsfilter zu deinem Objektiv passt, muss er und dein Objektiv den gleichen Radius haben. Fotografen haben jedoch oft mehrere Objektive (Weitwinkelobjektiv, Teleobjektiv und/oder Makroobjektiv) unterschiedlicher Größe. Du musst allerdings nicht jedes Mal einen neuen Filter kaufen. Glücklicherweise kannst du einen Satz Adapterringe für einen Bruchteil der Kosten kaufen. Kaufe einen Polfilter mit großem Radius, damit du ihn mit einem Adapterring auf jedes Objektiv schrauben kannst.

Polfilter kosten je nach Marke und Qualität zwischen 30 und 300 Euro. Teurere Filter kombinieren meist verschiedene Funktionen miteinander. Polarisationsfilter und UV-Filter werden üblicherweise in einem Filter kombiniert. Gekauft werden können die Filter in jedem Fotostudio oder auf großen Märkten.

Als Neuling im Themenbereich der Fotografie reichen dir sicherlich günstige Filter. Wenn du ein ambitionierter Hobbyfotograf bist, der seine Fotos hin und wieder selbst ausdrucken oder veröffentlichen möchte, ist ein Filter in der mittleren Preisklasse vielleicht die richtige Wahl für dich. Für alle Profis, die Fotos online verkaufen und für verschiedene Zwecke lizenzieren und drucken möchten, führt kaum ein Weg an einen hochwertigen Profifilter vorbei.

Zusammenfassung und Fazit

Polfilter lohnen sich für so gut wie jeden Fotografen. Er erzeugt Effekte während der Aufnahme in den Bildern, die teilweise nicht mit aufwendiger digitaler Nachbearbeitung erreicht werden können. Dank des Polarisationsfilters sind die Farben und der Kontrast auf den Fotos satter.

Zudem ist der Dynamikumfang höher. Störende Reflexionen auf Wasser oder anderen nicht metallischen Oberflächen werden sofort eliminiert.

Gerade für Landschaftsfotografen sind Polarisationsfilter ein Muss im Rucksack, wenn du weißt, wie du sie richtig einsetzt und worauf du bei der Nutzung achten sollte.

Ergänzend dazu solltest du auch den einen oder anderen ND-Filter in deiner Fotoausrüstung haben. Das nur so als Tipp von mir.

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