Home / Fotografie Grundlagen / Makrofotografie – Tipps für bessere Makrobilder

Makrofotografie – Tipps für bessere Makrobilder

Das Thema Makrofotografie ist nicht gerade eines der Leichteren in der Fotografie. Wenn Du einige Tipps beherzigst, wirst Du trotzdem schnell gute Ergebnisse erzielen. Die wichtigsten Tipps und Tricks findest du hier.

Welche Kamera braucht man für die Makrofotografie?

makrofotografie biene gelb pflanze insekt blüte

Der Abbildungsmaßstab ist in der Makrofotografie entscheidend. 1:1 bedeutet, dass das Objekt am Bild genauso groß ist wie in der Realität, bei 1:2 wird es halb so groß und bei 2:1 doppelt so groß dargestellt. Das heißt für die Kamera, dass je kleiner der Sensor ist desto kleiner kann der Abbildungsmaßstab werden, um das Objekt formatfüllend aufs Bild zu bekommen.

Bei einer Kamera mit Vollformatsensor wird zum Beispiel ein Insekt mit gewisser Körpergröße bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 das Bild gut ausfüllen. Von demselben Insekt ist bei einer Kompaktkamera nur noch der Kopf auf dem Bild zu sehen. Bei kleineren Sensoren steigt die Schärfentiefe, die wichtig ist um Objekte durchgehend scharf darstellen zu können.

Das bedeutet, dass Kameras mit kleinen Sensoren für die Makrofotografie prinzipiell besser geeignet sind. Je kleiner aber ein Sensor wird, desto mehr Probleme bekommst du mit Bildrauschen und Beugungsunschärfen.

Welche Objektive braucht man für die Makrofotografie?

Die Wahl des Objektivs hängt davon ab, was Du fotografieren willst. Solltest du die Makrofotografie nur testen wollen, kannst du mit einem Retroadapter beginnen. Ein solcher Adapter ermöglicht es, ein normales Objektiv verkehrt herum an die Kamera zu montieren. Dadurch ändert sich der Abbildungsmaßstab des Objektivs.

Standardobjektive mit zusätzlichen Nahlinsen können in deinen Anfängen in der Makrofotografie schon ganz ordentliche Ergebnisse erzielen. Diese Nahlinsen werden vorne an das Objektiv montiert und funktionieren wie eine Lesebrille.

Solltest du vorhaben, die Makrofotografie längerfristig anzuwenden, dann ist ein Makroobjektiv die bessere Wahl. Makroobjektive werden in der Regel als Festbrennweiten ausgeführt und in 3 Bereiche unterteilt. Kurze Brennweiten im Bereich 30-50 mm, Standardbrennweiten mit 60-105mm und Telemakroobjektive mit 150 bis 200 mm.

Je länger die Brennweite ist, desto einfacher wird die Positionierung des Stativs. Auch werden Insekten nicht so leicht verjagt, wenn du weiter von ihnen entfernt bist. Bei Blume oder leblosen Objekten können kürzere Brennweiten verwendet werden.

Welche Ausrüstung wird sonst noch benötigt?

Du solltest in der Makrofotografie nicht versuchen, ohne ein gutes Stativ oder eine andere Art der Stabilisierung auszukommen. In der Makrofotografie wird mit geschlossenen Blenden gearbeitet, um eine bessere Schärfentiefe zu erhalten. Dadurch wird die Belichtungszeit erhöht, was dazu führt das jede noch so kleine Bewegung von er Kamera registriert wird.

Auf dem Bild ist dies dann in Form von Unschärfe zu sehen. Deswegen muss die Kamera bestmöglich stabilisiert werden. Für bodennahe Objekte kann die Kamera auf einem Bohnensack abgelegt werden. Das sind kleine Kissen mit einer speziellen Füllung, die deine Kamera ausreichend stabilisieren und vor Dreck schützen.

Für höher gelegene Objekte benötigst du ein ordentliches Stativ. Am besten mit neigbarer Mittelstütze. Bei besseren Stativen kann die Mittelstütze herausgezogen und quer zum Hauptteil montiert werden, um so die Kamera tiefer montieren zu können.

Reflektoren oder Lichtzelte gehören auch zu den unverzichtbaren Begleitern für Makrofotografen. Die Objekte der Begierde werden oftmals nicht ordentlich ausgeleuchtet. Mit einem Reflektor kann schnell Abhilfe geschaffen werden

Ein Lichtzelt ermöglicht es dir, das Objekt in einem weicheren und gleichmäßigeren Licht zu fotografieren. Besonders bei direkter Sonneneinstrahlung können so störende harte Schatten verhindert werden. Du solltest auch auf die Gegenlichtblende deines Objektivs nicht verzichten. Diese hilft Streulicht zu verhindern. Dadurch werden störende Lichtflecken am Bild vermieden.

Ein Fernauslöser für deine Kamera kann in der Makrofotografie ebenfalls sehr gute Dienste leisten. Scheren oder Klammern können dazu verwendet werden, um störende Äste oder Gräser aus dem Bild zu entfernen.

makrofotografie wassertropfen

Welche Einstellungen an der Kamera sind wichtig?

Jede Erschütterung der Kamera wirkt sich negativ auf dein Bild aus. Deswegen ist es wichtig, die Spiegelvorauslösung einzustellen. Diese sorgt dafür, dass sich der Spiegel deiner Kamera, einige Sekunden bevor das Bild gemacht wird, nach oben klappt. Erschütterungen im Moment der Aufnahme werden so vermieden.

Für mehr Möglichkeiten in der Nachbearbeitung ist es besser, die Bilder im RAW-Format aufzunehmen. Dieses Format liefert Bilddateien mit wesentlich mehr eingebetteten Daten, welche im JPEG-Format nicht mehr vorhanden wären.

Sollte deine Kamera über die Möglichkeit des Focus-Stacking verfügen, kannst du diese verwenden, um mehr Schärfentiefe zu bekommen. Beim Focus-Stacking werden mehrere Bilder nacheinander aufgenommen und der Fokus bei jedem Bild automatisch etwas verschoben. Danach werden die Bilder zu einem mit viel Schärfentiefe zusammengefügt. Das kann aber auch von Hand gemacht und später in der Nachbearbeitung zusammengefügt werden.

Die Blende sollte in der Makrofotografie möglichst geschlossen sein, um mehr Schärfentiefe zu erhalten. Die dadurch verlängerte Belichtungszeit kann aber nur bedingt mit höheren ISO-Werten verkürzt werden.

Höhere ISO-Werte bedeuten mehr Bildrauschen und das will man vermeiden. Nur durch Ausprobieren kannst du hier einen guten Kompromiss für dich und deine Bilder finden.

Fazit – Makrofotografie

Die Makrofotografie ermöglicht einem Fotografen, seiner Umwelt zu zeigen, welch große Schönheit in kleinen Dingen oder Tieren steckt. Motive für Makrofotografen sind überall zu finden. Egal ob Du draußen, im Studio, abstrakt oder konkret fotografieren willst, du wirst immer ein Motiv finden, welches sich lohnt, abgelichtet zu werden.

Die passenden Objekte müssen nur gefunden werden. Wenn du dir dann noch kontrollierbare Bedingungen schaffst, wirst du mit der Makrofotografie viel Erfolg und Freude haben. Blumen oder andere unbewegliche Objekte eignen sich am besten zum Üben.

So wird die Makrofotografie auch für Einsteiger leichter.