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Portraitfotografie – Tipps für bessere Portraits

Du fotografierst gerne Menschen? Für gute Portraits solltest du die wichtigsten Kameraeinstellungen kennen und ein wenig über Beleuchtung wissen. Die folgenden Tipps helfen dir dabei deine Portraitfotografie nachhaltig zu verbessern.

Die beste Kamera für Portraitfotografie

Portraitfotografie Tipps

Die meist gestellte Frage von Anfängern lautet: Welche Kamera soll ich kaufen? Die Antwort: Es hängt davon ab, wofür du die Portraits verwenden möchtest. Für professionelle Portraitfotografie, wie sie in Hochglanz-Magazinen zu sehen ist, brauchst du eine hochwertige Kamera, beispielsweise die Sony Alpha 7iii*.

Sollen die Portraitbilder nur im Familienalbum landen, genügt ein kleineres Modell wie die Canon PowerShot SX70 HS* voll und ganz.

Willst du Portraits aus extrem ungewöhnlichen Perspektiven schießen und damit viele Follower auf Instagram und Facebook sammeln, kann ein Smartphone mit Selfie-Stick die beste Wahl sein.

Jede Kamera-Art hat ihre Eigenheiten. Am besten überlegst du dir zuerst, wo die Portraits hauptsächlich entstehen sollen. Im Freien? Im Fotostudio? Auf Reisen? Wichtig ist auch zu wissen, ob du nur andere Leute oder auch dich selbst portraitieren willst.

Bei Selbstportraits ist ein schwenk- und ausklappbares Display Gold wert, wenn du nur andere Menschen fotografierst, kannst du auf dieses Kamera-Feature meistens verzichten.

Nimmst du die Kamera mit in den Urlaub, sollte sie nicht zu schwer sein und ein paar Regentropfen aushalten.

Welche Objektive werden für Portraitfotografie benötigt?

Sind die Lichtverhältnisse optimal, genügt das mit der Kamera gelieferte Kit-Objektiv oder auch ein Zoom-Objektiv für die Portraitfotografie. Deutlich bessere Bilder bekommst du mit einer Festbrennweite. Diese Objektive erlauben größere Blenden, um den Hintergrund besser verschwimmen zu lassen.

Außerdem bieten Objektive mit Festbrennweite generell eine bessere Bildqualität als Zoom-Objektive. Die meisten Portraitfotografen arbeiten mit Festbrennweiten zwischen 50 und 80 mm.

Welche Ausrüstung wird sonst noch benötigt?

Verdecken Schatten oder ein Hut Teile des Gesichtes, benötigst du ein Blitzgerät zum Aufhellen. Weil das Blitzlicht für Portraits zu hart ist, kommt ein Softbox-Aufsatz hinzu, der den Blitzgeräten häufig beiliegt oder ansonsten nur ein paar Euro kostet. Es gibt auch bastelnde Extremsparer, die den Blitz einfach mit einem Taschentuch abdecken. Diese Variante birgt aber Brandgefahr.

Alternativ zum Blitz kannst du auch einen Reflektor verwenden. Das Problem hierbei ist, dass du einen Fotoassistenten benötigst, der den Reflektor hält.

Bei schlechten Lichtverhältnissen benötigst du zwingend ein Stativ.

Denke bei der Portraitfotografie auch an die Dinge, die das Motiv eventuell benötigt. Das kann Schminke sein, ein bestimmtes Kleidungsstück oder vielleicht der Hund, der mit auf das Bild soll.

Portraitfotografie Portrait einer Ziege in Nachaufnahme

Die besten Kameraeinstellungen für Portraitfotografie

Beim Einstellen der Kamera fängst du immer mit dem ISO-Wert an. Stelle ihn so niedrig wie möglich ein. Bei den meisten Kameras wählst du ISO 100, ein paar Modelle von Nikon erlauben ISO 64. Der ISO-Wert regelt die Empfindlichkeit des Fotosensors in der Kamera. Je höher du diesen Wert einstellst, desto mehr Bildrauschen bekommst du.

Weil sich in der Portraitfotografie das Hauptmotiv stark vom Hintergrund abheben soll, stellst du als Nächstes eine möglichst große Blende, beispielsweise f/2.8 ein. Je größer die Blende ist, desto mehr wird der Hintergrund in Unschärfe getaucht.

Eine große Blende bedeutet, dass viel Licht auf den Kamerasensor fällt. Anders gesagt, das Bild wird schnell überbelichtet, auch wenn du die Lichtempfindlichkeit mit dem ISO-Wert heruntergeregelt hast. Deshalb stellst du jetzt noch die Belichtungszeit ein. Bei natürlichem Licht im Freien sind Belichtungszeiten von 1/200 bis 1/500 ausreichend.

Je kürzer du die Zeit einstellst, desto weniger Licht dringt in die Kamera ein. Diese Eigenschaft nutzt du, um das durch die weit offene Blende in großer Menge vorhandene Licht wieder einzuschränken.

Kurze Belichtungszeiten haben noch einen weiteren Vorteil: Sie reduzieren das Risiko des Verwackelns, so dass du zumindest bei Tageslicht auch ohne Stativ arbeiten kannst. Bei schlechten Lichtverhältnissen schraubst du entweder die Kamera auf ein Stativ und wählst eine längere Belichtungszeit, oder du regelst den ISO-Wert so lange hoch, bis das Bild ausreichend hell ist. Ein wenig Bildrauschen ist immer besser als ein verwackeltes Portrait.

Außergewöhnliche Portraitfotografie

Willst du deine Portraitfotografie auf ein deutlich höheres Level heben, solltest du dich von Standard-Tipps verabschieden und auch mal etwas komplett neues ausprobieren.

Auf Instagram beispielsweise wirst du für typische Studio-Portraits kaum Likes erhalten. Die mögen perfekt ausgeleuchtet und mit einer guten Kamera gemacht worden sein, dem nach Sensationen dürstenden Publikum ist das aber schon lange zu langweilig.

Versuche deshalb Menschen in für sie typischen Situationen zu portraitieren, beispielsweise die Oma, wie sie in ihrem geliebten Schaukelstuhl sitzt. Weil die Kamera bei Smartphones extrem dicht an den Rand gebaut ist, kannst du damit aus einem extrem tiefen Blickwinkel fotografieren und erhältst damit außergewöhnliche Portraits, die sich mit keiner noch so teuren Spiegelreflex nachahmen lassen.

Hast du einen Helfer, kann dieser eine mit Wasser besprenkelte Glasscheibe vor das Motiv halten. Damit erhältst du Portraitfotos im Regen, ohne nass zu werden.

Fazit: Nicht die Kamera macht das Bild, sondern deine Kreativität

Wie bei jedem Hobby macht auch in der Portraitfotografie Übung den Meister. Die meisten erfolgreichen Fotografen haben mit Selbstportraits angefangen und dabei versucht einen einzigartigen Stil zu entwickeln. Gelingt dir das, werden dich andere Menschen fragen, ob du sie in diesem Stil fotografieren möchtest. Ab hier kannst du deine Leidenschaft zu einem Beruf machen.

Die Kamera spielt zumindest am Anfang nur eine untergeordnete Rolle. Für erste Gehversuche reicht dein Smartphone völlig aus. Benötigst du später spezielle Objektive, Reflektoren oder andere Dinge, mit denen du deinen Stil verstärken und verbessern kannst, kaufst du diese Sachen einfach nach.