Kamera-Modus: Wann verwende ich welche Einstellung beim Fotografieren?

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Wenn du dir deine Kamera genau anschaust, dann findest du in den meisten Fällen oben ein Einstellrad an dem du verschiedene Kamera-Modi einstellen kannst. Doch welcher Kamera-Modus ist der richtige? Gibt es überhaupt den einen richtigen Modus, um die Digitalkamera zu benutzen?

Während die meisten (Hobby-) Fotografen natürlich wissen, dass es noch mehr Modi gibt als nur den Automatikmodus, gibt es eben doch auch Neulinge, die nicht genau wissen, wo die Unterschiede liegen.

Und genau das schauen wir uns jetzt hier mal zusammen an. Welche Kamera-Modi gibt es und welchen Kamera-Modus solltest du verwenden?

Kamera-Modus: Die wichtigsten Betriebsarten im Überblick

Welche Kamera-Modi gibt es und welchen Kamera-Modus solltest du verwenden?

Automatikmodus

Ich denke den Automatikmodus muss ich nicht groß erklären. Im Automatikmodus wählt deine Kamera nach bestem Wissen und Gewissen Verschlusszeit, Blende, ISO-Wert, Weißabgleich, Schärfe und Blitz, um die bestmögliche Aufnahme zu machen.

Klingt erstmal natürlich toll, doch leider weiß die Kamera natürlich nicht, welche Wirkung du mit diesem Foto erzeugen willst oder was dein Hauptmotiv ist.

Allerdings muss man natürlich sagen, dass der Automatikmodus bei heutigen Kameras schon sehr ausgefeilt ist. Die Szene wird analysiert und anhand dieser Analyse glaubt die Kamera zu wissen, ob man gerade ein Portrait, ein Makro einer Blume oder z.B. eine Landschaft fotografieren möchte.

Die Kamera wählt dann dementsprechend die passenden Einstellungen aus.

Gerade bei Schnappschüssen unter guten Lichtverhältnissen funktioniert der Automatikmodus recht gut und liefert zuverlässig gute Bilder.

Szene-Modi

Eine Weiterentwicklung, wenn man das so bezeichnen möchte, sind die verschiedenen Szene-Modi. Die kannst du als Anwender aus verschiedenen, typischen Aufnahmesituationen auswählen und die Kamera nutzt dann die optimalen Einstellungen für diese Situation.

Szene-Modus an meiner Nikon P900

Hier man als Beispiel eine Ausschnitt der verfügbaren Szene-Modi an meiner Nikon P900. Es gibt dort wohl für jede erdenkliche Situation einen passenden Modus, sogar einen Modus speziell für Fotos vom Mond oder auch für die Vogelfotografie.

Wer aber mehr Einfluss auf die Einstellungen seiner Kamera haben möchte, sollte sich vielleicht mal die folgenden Modi seiner Kamera anschauen:

Programmautomatik (P)

Die Programmautomatik ist dem Automatikmodus sehr ähnlich. Auch hier wird die Kamera die Einstellungen für Blende, Verschlusszeit und ISO automatisch so wählen, dass ein korrekt belichtetes Foto gemacht wird.

Allerdings kannst du in der Programmautomatik auch bei den Einstellungen für Blende und Verschlusszeit (Belichtungszeit) eingreifen und die Automatik übersteuern. Das nennt sich Programmverschiebung (Programm-Shift). Oder aber du hast sogar komplett die Kontrolle, wie z.B. beim Weißabgleich, beim Blitz oder dem Fokusmodus.

Der Nachteil bei der Programmautomatik ist aber, dass du zwar korrekt belichtete Fotos hast aber erst durch das Eingreifen auch Einfluss z.B. auf die Schärfentiefe hast.

Die Programmautomatik bietet aber schon mehr Möglichkeiten als der Automatikmodus und ist ein guter Ausgangspunkt für den Einstieg in die Fotografie.

Blendenvorwahl (A, Av)

Beim Modus Blendenvorwahl hast du die Möglichkeit die Blende, aperture (engl.), selbst vorzugeben. Daher auch die Bezeichnung mit dem Buchstaben A bzw. Av bei Canon. Da es sich bei der Blendenvorwahl sozusagen um eine Halb-Automatik handelt, passt die Kamera anhand der vorgewählten Blende die Belichtungszeit und den ISO-Wert automatisch an. Aus diesem Grund wird dieser Kamera-Modus häufig auch Zeitautomatik genannt.

Der Blendenprioritätsmodus ist nützlich, wenn du die Schärfentiefe einer Aufnahme steuern möchtest. Das wäre z.B. in der Landschaftsfotografie der Fall oder wenn du Gebäude oder andere unbewegliche Objekte fotografierst.

Zeitvorwahl (S, Tv)

Der Modus Zeitvorwahl, mit S oder Tv (bei Canon) bezeichnet, wird auch Blendenautomatik genannt und funktioniert im Prinzip genau andersherum. Du kannst die Belichtungszeit vorgeben und die Kamera wählt die passenden Einstellungen für die Blende und den ISO-Wert, um eine korrekte Belichtung zu erreichen.

Dieser Kamera-Modus ist natürlich perfekt, wenn du weißt, dass du besonders kurze oder lange Verschlusszeiten benötigst. Ein Beispiel für besonders kurze Verschlusszeiten wäre natürlich beim Sport oder sich bewegenden Motiven (Tiere, Kinder etc.).

Oder aber du möchtest eine Langzeitbelichtung zu machen und brauchst dafür natürlich die volle Kontrolle über die Verschlusszeit.

Manuell (M)

Die volle Kontrolle über sämtliche Einstellungen hast du, wenn du das Wahlrad auf M wie Manueller Modus stellst. Hier kannst du die Einstellungen für Blende, Verschlusszeit und ISO sowie alles weitere komplett so einstellen, wie du es willst.

Als kleine Hilfe wird über den Balken für die Belichtungskorrektur angezeigt, ob die Kamera das Bild mit den gewählten Einstellungen für zu hell oder zu dunkel hält.

Fazit: Welches ist der richtige Kamera-Modus?

Wenn du dich nun fragst, welches der richtige Kamera-Modus ist, dann muss ich dich enttäuschen. Es gibt nicht den einen richtigen Modus. Auch wenn (erfahrene) Fotografen, gerade in Videos im Netz, immer wieder dazu aufrufen nur im manuellen Modus zu fotografieren.

Ich nutze meist den A-Modus, also die Blendenpriorität. Hin und wieder kommt aber auch ein spezielles Szenenprogramm zum Einsatz.

Wichtig ist doch letztendlich nur, dass du schöne Fotos machst. In welchem Kamera-Modus dir das gelingt, ist doch nebensächlich.

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