Wolken fotografieren klingt zunächst ziemlich einfach: Kamera nach oben richten, Bild aufnehmen und fertig. In der Praxis sieht der Himmel auf dem Foto jedoch oft deutlich unspektakulärer aus als mit eigenen Augen. Weiße Wolken verlieren ihre feinen Strukturen, der Himmel wirkt blass oder die Landschaft darunter wird viel zu dunkel.
Dabei sind Wolken hervorragende Fotomotive. Sie verändern sich ständig und können einem Bild völlig unterschiedliche Stimmungen geben. Eine einzelne helle Quellwolke vor tiefblauem Himmel wirkt ganz anders als dunkle Gewitterwolken über einem Feld oder feine Schleierwolken im Abendlicht.
Für gute Wolkenfotos brauchst du keine besonders teure Kamera. Viel stärker wirken sich Licht, Belichtung, Blickwinkel und der richtige Moment aus. Wenn du diese Punkte bewusst einsetzt, kannst du mit einer Systemkamera, einer Bridgekamera oder sogar mit dem Smartphone sehr schöne Ergebnisse erzielen.
Warum Wolken auf Fotos oft weniger beeindruckend wirken

Unsere Augen kommen mit großen Helligkeitsunterschieden erstaunlich gut zurecht. Du kannst gleichzeitig die helle Wolke am Himmel und die dunklere Landschaft darunter wahrnehmen. Für eine Kamera ist dieser Unterschied schwieriger.
Besonders weiße Wolken reflektieren viel Licht. Belichtest du zu hell, verschwinden feine Abstufungen und Teile der Wolke werden zu einer weißen Fläche. In diesen Bereichen lässt sich später häufig kaum noch Struktur zurückholen.
Ein weiteres Problem ist der Kontrast. Bei leicht diesigem Wetter kann der Himmel für das Auge interessant aussehen, während das Foto eher flau wirkt. Kamera und Smartphone erfassen zwar das Motiv, geben die wahrgenommene Wirkung aber nicht automatisch genauso wieder.
Deshalb achte ich beim Fotografieren von Wolken zuerst auf drei Dinge:
- Woher kommt das Licht?
- Sind in den hellsten Wolken noch Strukturen erkennbar?
- Gibt es im Bild einen klaren Schwerpunkt?
Wenn diese drei Punkte stimmen, ist bereits viel gewonnen.
Das richtige Licht verändert die Wirkung der Wolken

Wolken können zu fast jeder Tageszeit interessante Motive sein. Die Lichtwirkung unterscheidet sich allerdings stark.
Am frühen Morgen und am Abend steht die Sonne tief. Das Licht trifft seitlich auf die Wolken und hebt Formen und Strukturen deutlich hervor. Rund um Sonnenaufgang und Sonnenuntergang kommen warme Farbtöne hinzu. Je nach Wetter können die Unterseiten der Wolken kräftig orange, rosa oder rot leuchten.
Die Minuten nach Sonnenuntergang sind ebenfalls interessant. Der Vordergrund wird bereits dunkel, während höher liegende Wolken noch Licht abbekommen. Solche Unterschiede erzeugen oft besonders schöne Farbabstufungen.
Mittags musst du die Kamera nicht wegpacken. Stark ausgeprägte Cumuluswolken können gerade bei kräftigem Sonnenlicht sehr plastisch aussehen. Helle Oberseiten, dunklere Unterseiten und ein blauer Himmel ergeben einen hohen natürlichen Kontrast.
Bei bedecktem Himmel fehlt dieser Kontrast häufig. Das kann für minimalistische Aufnahmen trotzdem gut funktionieren. Nebel, flache Landschaften, einzelne Bäume oder Gebäude passen beispielsweise sehr gut zu einem grauen Wolkenhimmel.
Nach Regenfronten lohnt sich ebenfalls ein Blick nach oben. Aufklarende Bereiche, Sonnenstrahlen und dunkle Restwolken ergeben häufig interessantere Motive als ein vollkommen wolkenloser Himmel.
Wolken richtig belichten und helle Bereiche schützen
Die Belichtung gehört zu den Punkten, bei denen Wolkenfotos schnell schiefgehen. Besonders helle Wolken können ausfressen. Das bedeutet, dass ihre hellsten Stellen keine erkennbare Zeichnung mehr enthalten.
Verlasse dich deshalb nicht ausschließlich auf die Helligkeit des Kameradisplays. Bei hellem Tageslicht sieht ein Foto darauf häufig dunkler aus, als es tatsächlich aufgenommen wurde.
Das Histogramm gibt dir eine bessere Kontrolle. Auf der linken Seite liegen die dunklen Bildbereiche, rechts die hellen. Reicht die Kurve stark bis an den rechten Rand und werden dort Werte abgeschnitten, können helle Bereiche überbelichtet sein.
Viele Kameras besitzen zusätzlich eine Überbelichtungswarnung. Überbelichtete Stellen blinken dann bei der Bildkontrolle. Bei weißen Wolken ist diese Funktion besonders praktisch.
Eine pauschale Belichtungskorrektur funktioniert trotzdem nicht. Die oft gehörte Empfehlung, Wolken grundsätzlich um ein oder zwei Blendenstufen dunkler zu fotografieren, ist zu grob.
Siehst du ausgefressene Wolken, probiere zunächst etwa –0,3 bis –1 EV. Kontrolliere anschließend das neue Foto. Bleibt überall noch ausreichend Zeichnung erhalten, passt die Belichtung.
Auch der umgekehrte Fall kommt vor. Füllt eine sehr helle Wolke fast das gesamte Bild, kann die Kamera sie zu dunkel und grau darstellen. Dann kann eine leichte positive Belichtungskorrektur sinnvoll sein.
Der beste Wert hängt also vom Motiv ab. Histogramm und Überbelichtungswarnung liefern dir zuverlässigere Hinweise als eine feste Zahl.
Welche Kameraeinstellungen eignen sich zum Wolken fotografieren?
Bei normalen Wolkenaufnahmen brauchst du keine komplizierten Einstellungen. Häufig funktionieren Zeitautomatik beziehungsweise A oder Av und ein niedriger ISO-Wert sehr gut.
Mit ISO 100 oder ISO 200 bekommst du bei ausreichend Licht eine saubere Bildqualität. Eine Blende um f/5,6 bis f/8 ist bei vielen Objektiven ein guter Ausgangspunkt. Die Kamera wählt dazu die passende Belichtungszeit.
Bewegt sich die Bewölkung schnell und möchtest du einzelne Strukturen möglichst klar festhalten, sollte die Belichtungszeit nicht unnötig lang werden. Bei Tageslicht ist das normalerweise kein Problem.
Diese Werte kannst du als Ausgangspunkt verwenden:
| Situation | ISO | Blende | Belichtungszeit bzw. Vorgehen |
|---|---|---|---|
| Helle Wolken bei Tageslicht | 100 | f/5,6–f/8 | Kamera ermitteln lassen |
| Dunkle Gewitterwolken | 100–400 | f/5,6–f/8 | Auf ausreichende kurze Zeit achten |
| Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang | 100–200 | f/5,6–f/8 | Bei längeren Zeiten Stativ nutzen |
| Wolken und Landschaft | 100 | f/8 | Helle Wolken kontrollieren |
| Langzeitbelichtung | 100 | f/8–f/11 | Mehrere Sekunden mit ND-Filter |
Die Werte sind keine festen Regeln. Licht, Brennweite und gewünschte Bildwirkung können völlig andere Einstellungen verlangen.
Fotografierst du aus der Hand, sollte eine ausreichend kurze Belichtungszeit Vorrang vor einem möglichst niedrigen ISO-Wert haben. Ein scharfes Foto bei ISO 400 ist meist die bessere Wahl als eine verwackelte Aufnahme bei ISO 100.
Auf Wolken richtig fokussieren
Bei weit entfernten Wolken befindet sich das Motiv praktisch im Unendlichkeitsbereich des Objektivs. Trotzdem musst du den Fokusring nicht einfach bis zum Anschlag auf das Unendlich-Symbol drehen.
Viele moderne Objektive lassen sich etwas über die tatsächliche Unendlich-Position hinaus fokussieren. Blind auf Anschlag zu drehen kann deshalb sogar zu leichter Unschärfe führen.
Mit Autofokus funktioniert es meist einfacher. Richte ein einzelnes Fokusfeld auf eine kontrastreiche Kante innerhalb der Wolke. Die Grenze zwischen heller Wolke und blauem Himmel eignet sich dafür häufig sehr gut.
Bei sehr gleichmäßigen grauen Wolken kann der Autofokus Probleme bekommen, weil ihm klare Kontraste fehlen. Dann kannst du auf eine weiter entfernte Landschaftskante fokussieren oder manuell scharfstellen. Mit der Lupenfunktion im Display lässt sich die Schärfe gut kontrollieren.
Enthält dein Foto eine Landschaft im Vordergrund, sieht die Sache etwas anders aus. Dann soll möglicherweise der Vordergrund ebenfalls scharf erscheinen. In diesem Fall bestimmst du den Fokus anhand des gesamten Bildaufbaus und nicht ausschließlich anhand der Wolken.
Für reine Aufnahmen des Himmels reicht dagegen meist ein Fokus auf eine kontrastreiche Wolkenstruktur.
Brennweite und Perspektive verändern den Himmel

Mit der Brennweite kannst du sehr unterschiedlich zeigen, wie groß und mächtig Wolken wirken.
Ein Weitwinkelobjektiv nimmt einen großen Teil des Himmels auf. Das eignet sich gut für Landschaften, bei denen sich Wolken über ein weites Gebiet erstrecken. Besonders interessant sind solche Aufnahmen, wenn Linien im Vordergrund den Blick in Richtung Himmel führen.
Mit längeren Brennweiten kannst du einzelne Wolkenformationen herausgreifen. Ein Teleobjektiv verdichtet den sichtbaren Ausschnitt und lässt weit entfernte Wolken oft größer und eindrucksvoller erscheinen.
Gerade bei Gewitterwolken oder von der Sonne angestrahlten Wolkenkanten fotografiere ich deshalb gern auch einmal enger. Es muss nicht immer die komplette Landschaft mit aufs Bild.
Achte bei Weitwinkelaufnahmen darauf, dass der Himmel genug Struktur besitzt. Eine riesige blaue Fläche mit einer kleinen Wolke verliert schnell ihre Wirkung.
Beim Teleobjektiv gilt das Gegenteil. Suche bewusst nach Formen, Lichtkanten, Schatten oder kleinen Bereichen, die für sich allein interessant aussehen.
Der Bildaufbau macht aus einer Wolke ein Foto
Eine außergewöhnliche Wolke ergibt noch nicht automatisch ein gutes Bild. Der Aufbau entscheidet darüber, wie dein Blick durch das Foto geführt wird.
Bei Landschaftsaufnahmen funktioniert eine einfache Regel besonders gut: Ist der Himmel interessant, gib ihm mehr Platz. Liegt der Schwerpunkt auf der Landschaft, verschiebst du den Horizont weiter nach oben.
Ein Horizont genau in der Bildmitte kann ruhig wirken, teilt das Foto aber stark in zwei Hälften. Häufig ist eine Platzierung ungefähr im oberen oder unteren Drittel interessanter.
Vordergrundelemente geben dem Himmel einen Größenvergleich. Ein Baum, ein Kirchturm, eine Bergkette oder eine kleine Person können eine mächtige Wolkenformation noch größer erscheinen lassen.
Silhouetten funktionieren bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang besonders gut. Ein dunkler Vordergrund braucht dann keine feinen Details. Seine Form reicht aus, um dem Bild Orientierung zu geben.
Auch Spiegelungen können den Bildaufbau verbessern. Seen, Pfützen oder nasse Straßen nehmen Farben und Formen aus dem Himmel auf und verbinden Vordergrund und Wolken miteinander.
Manchmal ist allerdings überhaupt keine Landschaft nötig. Einzelne Wolkenformationen können grafisch wirken und das gesamte Bild ausfüllen. Entscheidend ist dann, dass Formen, Kontraste oder Licht interessant genug sind.
Welche Wolkenarten eignen sich besonders gut als Motiv?

Für gute Fotos musst du keine meteorologische Ausbildung haben. Ein grobes Verständnis häufiger Wolkenformen hilft trotzdem, weil du dadurch besser einschätzen kannst, welche Bildwirkung möglich ist.
Der Deutsche Wetterdienst unterscheidet insgesamt zehn Wolkengattungen, für die fotografische Praxis reichen einige typische Formen aber meist schon aus.
| Wolkenform | Typisches Aussehen | Fotografische Wirkung |
| Cumulus | Einzelne Quell- oder Haufenwolken | Deutliche Strukturen und starke Hell-Dunkel-Unterschiede |
| Cirrus | Dünne, faserige Wolken in großer Höhe | Feine Linien und interessante Abendfarben |
| Stratus | Gleichmäßige tiefe Wolkenschicht | Ruhige, reduzierte Bildstimmung |
| Cumulonimbus | Mächtige Gewitterwolke mit großer vertikaler Ausdehnung | Dramatische Formen und starke Kontraste |
Die sogenannten Schäfchenwolken sind häufig Altocumulus oder Cirrocumulus. Gerade diese regelmäßig angeordneten kleinen Wolkenfelder ergeben schöne Muster am Himmel.
Cumuluswolken sind für den Einstieg besonders dankbar. Durch ihre ausgeprägte Form erkennt man sehr schnell, wie sich unterschiedliche Lichtrichtungen auf die Bildwirkung auswirken.
Cirruswolken können tagsüber unscheinbar erscheinen und kurz vor Sonnenuntergang plötzlich kräftige Farben annehmen. Hier lohnt sich Geduld.
Bei Cumulonimbuswolken steht die eigene Sicherheit vor dem Foto. Eine eindrucksvolle Gewitterfront solltest du nur aus sicherer Entfernung und von einem geschützten Standort fotografieren.
Ein Polfilter kann den Himmel kräftiger erscheinen lassen
Ein Polarisationsfilter kann bei Wolkenfotografie sehr nützlich sein. Er reduziert bestimmte Reflexionen und kann dadurch das Blau des Himmels dunkler erscheinen lassen. Weiße Wolken heben sich dann stärker davon ab.
Der Effekt hängt vom Winkel zur Sonne ab. Besonders stark wirkt ein Polfilter ungefähr seitlich zur Richtung des Sonnenlichts. Fotografierst du direkt zur Sonne oder genau von ihr weg, fällt seine Wirkung deutlich geringer aus.
Bei sehr weitwinkligen Aufnahmen solltest du vorsichtig sein. Der Polarisationsgrad des Himmels ist über einen großen Bildwinkel unterschiedlich. Dadurch kann der Himmel an einer Stelle sehr dunkel und an einer anderen deutlich heller erscheinen.
Das sieht schnell unnatürlich aus.
Drehe den Filter deshalb nicht automatisch auf maximale Wirkung. Beobachte den Himmel im Sucher oder auf dem Display und stoppe, sobald das Blau zu dunkel oder ungleichmäßig wird.
Ein Polfilter kostet Licht. Bei hellem Tageslicht stört das kaum, bei schwächerem Abendlicht kann die Belichtungszeit jedoch deutlich länger werden.
Für Smartphones ist ein Polfilter meist kein notwendiges Zubehör. Hier erreichst du mit guter Belichtung und einer vorsichtigen Nachbearbeitung häufig schon sehr viel.
Langzeitbelichtung lässt Wolken völlig anders aussehen

Wolken bewegen sich ständig. Mit längeren Belichtungszeiten kannst du diese Bewegung sichtbar machen.
Bei einer Aufnahme über mehrere Sekunden verschwimmen einzelne Wolkenstrukturen zunehmend. Je schneller die Wolken ziehen und je länger du belichtest, desto deutlicher entstehen weiche Streifen oder fließende Formen.
Tagsüber reicht eine kleine Blendenöffnung allein meistens nicht für solche langen Zeiten. Ein ND-Filter reduziert das Licht, das durch das Objektiv fällt. Dadurch kannst du mehrere Sekunden oder sogar deutlich länger belichten, obwohl es draußen hell ist.
Ein stabiles Stativ brauchst du dabei praktisch immer. Bildstabilisator und Autofokus kannst du nach dem Einrichten der Aufnahme je nach Kamera und Objektiv deaktivieren. Ein Selbstauslöser oder Fernauslöser verhindert zusätzlich, dass du die Kamera beim Auslösen bewegst.
Starte zum Beispiel mit einigen Sekunden und schaue dir das Ergebnis an. Bei langsam ziehenden Wolken kann eine längere Zeit nötig sein.
Eine Langzeitbelichtung passt besonders gut zu ruhigen Landschaften, Architektur oder Wasser. Die feststehenden Elemente bleiben klar, während der Himmel Bewegung zeigt.
Heller Himmel und dunkle Landschaft richtig zusammenbringen
Eine typische Schwierigkeit entsteht, wenn du gleichzeitig einen hellen Himmel und eine dunkle Landschaft fotografierst. Der Helligkeitsunterschied kann größer sein als der Bereich, den die Kamera in einer einzelnen Aufnahme sauber erfassen kann.
Belichtest du auf die Landschaft, können Wolken ausfressen. Belichtest du auf den Himmel, wird der Vordergrund möglicherweise fast schwarz.
Bei moderaten Unterschieden hilft das RAW-Format. Es speichert mehr Bildinformationen und ermöglicht eine stärkere Korrektur von Lichtern und Schatten als ein fertiges JPEG.
Bei besonders starken Kontrasten kannst du eine Belichtungsreihe aufnehmen. Dabei entstehen mehrere Fotos mit unterschiedlicher Helligkeit. Später lassen sich daraus die passenden Bereiche kombinieren.
Ein Grauverlaufsfilter ist eine weitere Möglichkeit. Sein oberer Bereich ist abgedunkelt, während der untere Bereich klar bleibt. Dadurch bekommt der helle Himmel weniger Licht als die Landschaft.
Bei einer geraden Horizontlinie am Meer funktioniert ein solcher Filter besonders gut. Bei Bäumen, Gebäuden oder Bergen ragt die Abdunklung jedoch über die Kontur hinaus. Dort ist eine Belichtungsreihe häufig flexibler.
Wolken mit dem Smartphone fotografieren
Auch ein Smartphone eignet sich sehr gut für Wolkenfotos. Gerade aktuelle Geräte kommen mit kontrastreichen Szenen dank automatischer HDR-Verarbeitung oft erstaunlich gut zurecht.
Trotzdem solltest du die Belichtung kontrollieren. Tippe auf eine helle Wolke, damit das Smartphone Belichtung und Fokus an diesem Bereich ausrichtet. Bei vielen Kamera-Apps kannst du anschließend mit einem Regler die Helligkeit etwas reduzieren.
Achte dabei wieder auf die hellsten Wolkenbereiche. Sind dort noch feine Strukturen sichtbar, hast du eine gute Ausgangsbasis.
Vermeide starken digitalen Zoom. Er vergrößert häufig nur einen Bildausschnitt und verschlechtert dabei die Detailqualität. Nutze lieber eine vorhandene Telekamera oder schneide das Foto später vorsichtig zu.
Viele Smartphones bieten RAW-Aufnahmen oder einen professionellen Kameramodus. Das kann bei Sonnenuntergängen oder kontrastreichen Wolken hilfreich sein, weil du später mehr Spielraum bei der Bearbeitung hast.
Für Langzeitbelichtungen brauchst du auch beim Smartphone einen festen Stand. Ein kleines Stativ oder eine stabile Auflage reicht dafür oft schon aus.
Wolkenfotos im RAW-Format bearbeiten
Eine gute Bearbeitung soll vorhandene Strukturen sichtbar machen und nicht aus dem Himmel ein völlig anderes Motiv erzeugen.
Bei RAW-Dateien beginne ich gern mit den Lichtern. Ziehst du den Regler etwas nach unten, werden feine Strukturen in hellen Wolken oft deutlicher. Zu stark solltest du dabei nicht eingreifen, sonst wirken die hellen Bereiche schnell grau.
Danach kannst du die Tiefen anpassen, falls Landschaft oder Vordergrund zu dunkel geraten sind. Kontrast und Klarheit beziehungsweise Struktur können Wolken plastischer erscheinen lassen. Kleine Änderungen reichen meistens.
Auch der Weißabgleich beeinflusst die Stimmung stark. Bei Sonnenuntergängen kannst du warme Farben etwas betonen. Ein übertriebener Orange- oder Magentastich sieht allerdings schnell künstlich aus.
Bei der Sättigung gilt Ähnliches. Ein blauer Himmel muss nicht tief dunkelblau sein, um interessant auszusehen.
Prüfe zum Schluss den gesamten Bildausschnitt. Kleine störende Elemente am Rand fallen bei einer ruhigen Himmelsaufnahme stärker auf als in einem unruhigen Motiv. Ein leichter Beschnitt kann deshalb mehr bewirken als eine starke Farbkorrektur.
Typische Fehler beim Wolken fotografieren
Viele misslungene Wolkenbilder entstehen durch kleine Dinge, die sich leicht vermeiden lassen.
Ausgefressene helle Stellen:
Kontrolliere Histogramm und Überbelichtungswarnung. Reduziere die Belichtung leicht, sobald weiße Wolken ihre Struktur verlieren.
Pauschal zu dunkel belichtet:
Eine negative Belichtungskorrektur ist keine feste Regel für Wolken. Ist nichts überbelichtet und Weiß erscheint grau, kann sogar eine positive Korrektur nötig sein.
Langweiliger Bildaufbau:
Achte auf die Verteilung von Himmel und Landschaft. Ein markanter Vordergrund oder ein klarer Wolkenschwerpunkt hilft oft weiter.
Zu viel Bearbeitung:
Extrem dunkles Blau, starke Klarheit und übertriebene Sättigung lassen Wolken schnell unnatürlich aussehen.
Falscher Fokus:
Nutze eine kontrastreiche Wolkenkante oder kontrolliere den Fokus manuell. Den Fokusring einfach bis zum Anschlag zu drehen ist nicht bei jedem Objektiv zuverlässig.
Zu starker Polfilter:
Ein sehr dunkler oder fleckiger Himmel lenkt vom Motiv ab. Weniger Filterwirkung sieht häufig natürlicher aus.
Den falschen Moment erwischt:
Eine Wolkenformation kann sich innerhalb weniger Minuten stark verändern. Wenn das Licht gerade passt, solltest du nicht zu lange mit Einstellungen beschäftigt sein.
Gewitterwolken nur aus sicherer Entfernung fotografieren
Dunkle Gewitterwolken gehören zu den eindrucksvollsten Motiven am Himmel. Gerade deshalb verleiten sie dazu, noch etwas länger draußen zu bleiben oder einen vermeintlich besseren Standort zu suchen.
Ein Foto ist dieses Risiko nicht wert.
Sobald ein Gewitter in der Nähe ist, solltest du einen sicheren geschlossenen Raum oder ein Fahrzeug aufsuchen. Ein freies Feld, eine Anhöhe, ein einzelner Baum oder ein aufgebautes Metallstativ sind keine geeigneten Plätze während eines Gewitters.
Interessante Aufnahmen einer Gewitterfront entstehen häufig schon lange bevor das eigentliche Gewitter deinen Standort erreicht. Mit einer längeren Brennweite kannst du mächtige Wolkentürme auch aus größerer Entfernung fotografieren.
Behalte dabei die Wetterentwicklung im Auge und plane rechtzeitig einen sicheren Rückweg ein. Gerade schnell ziehende Gewitterzellen können wesentlich früher eintreffen, als es beim Fotografieren zunächst aussieht.
Fazit: Gute Wolkenfotos beginnen mit Beobachten
Beim Wolken fotografieren bringt es mehr, einige Minuten auf Licht und Formen zu achten, als sofort viele Bilder aufzunehmen. Wolken verändern sich schnell, und häufig entsteht das beste Foto genau dann, wenn Sonnenlicht, Struktur und Bildaufbau für einen kurzen Moment zusammenpassen.
Technisch reichen meist einfache Einstellungen. Ein niedriger ISO-Wert, eine passende Blende und eine sorgfältige Kontrolle der hellsten Bildbereiche bilden eine gute Grundlage. Belichtungskorrektur, Polfilter oder ND-Filter sind Werkzeuge, die du bei Bedarf einsetzen kannst.
Ich würde deshalb weniger nach einer perfekten Standardeinstellung suchen und stärker beobachten, was am Himmel passiert. Mit der Zeit erkennst du immer schneller, welche Wolkenformationen fotografisch interessant werden könnten.
Welche Wolken- oder Wetterstimmung fotografierst du am liebsten, und womit hast du dabei bisher die besten Erfahrungen gemacht?






Danke für Ihre Tips.
Habe sehr viel Freude beim lesen und sehen der Fotos gehabt.
Herzliche Grüße Michael
Heute war ich an einem nahe gelegenem See. Ich wollte eigentlich schöne Naturfotos machen ( laut meiner Frau hat das auch geklappt 🙂 ) und dann sah ich die Wolken. Ich habe einige schöne Bilder machen können, aber Dank ihrer Tipss werde ich bestimmt noch schönere machen können. Vielen Dank für die Tips
Hallo Herr Görz,
Was ich nicht ganz verstehe ist das scharfstellen der Wolken? Ich dachte, die Wolken sind meist mit der Entfernung auf unendlich?
Dann verstehe ich die Belichtungskorrektur nicht. Meinst du damit, dass ich zwei blenden dann lieber unterbelichtet?
Ich bin mit meinem Wohnmobil in Spanien an der Atlantikküste und dort fällt mir landschaftlich nichts schönes ein. Eventuell sind Wolken Fotos genau das richtige für die Monate wo ich hier bin.
Ich besitze eine Pentax 645Z mit einigen objektiven. Stativ alles habe ich dabei.
Ich würde mich auf eine positive Antwort freuen.
MfG lutzSTÖHR