10 Gründe, warum deine Fotos unscharf werden

Warum sind meine Fotos unscharf? Das ist eine häufige Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Die Wahrheit ist, dass unscharfe Bilder durch viele Faktoren verursacht werden können. Wenn deine Fotos also unscharf sind, ist es oft nicht so einfach das genaue Problem zu bestimmen.

Aus diesem Grund habe ich diesen Artikel geschrieben. Ich habe hier die wichtigsten Gründe für unscharfe Fotos aufgelistet. Am besten schaust du dir die verschiedenen Möglichkeiten mal genau an und findest vielleicht so die eine oder andere Ursache, warum deine Fotos unscharf sind.

Verschlusszeit ist zu lang

Fotos unscharf wenn Verschlusszeit zu lang

Eine zu lange Verschlusszeit ist wahrscheinlich der häufigste Grund, warum Fotos unscharf werden. Wenn du aus der Hand fotografierst, wirst du die Kamera nie zu 100 % ruhig halten können. Jedenfalls wird es den meisten von uns so gehen. Und schon die leichtesten Verwacklungen können zu unscharfen Fotos führen.

Doch welche Verschlusszeit solltest du maximal wählen, wenn du aus der Hand fotografierst? Als Faustregel hat sich hier der Kehrwert der Brennweite als maximale Verschlusszeit etabliert.

Wenn du also mit einem 200 mm Objektiv fotografierst, solltest du nicht länger als 1/200 s belichten. So ist sichergestellt, dass kleine Verwacklungen kein Problem darstellen. Und ja, ich weiß, dass der Crop Faktor da auch noch mit reinspielt.

Auch der Bildstabilisator spielt eine Rolle. Er ermöglicht da auch noch längere Verschlusszeiten (siehe auch: Freihandgrenze). Am besten probierst du das mal konkret aus, was da bei dir möglich ist.

Kein Stativ verwendet

Kamera auf Stativ

Wann immer möglich, solltest du natürlich ein Stativ verwenden. Gerade wenn es um die Landschaftsfotografie geht, gehört ein Stativ sowieso zur Grundausstattung. Aber auch in anderen Situationen, wenn du nicht gerade Sport- oder Tierfotografie machst, bietet sich die Verwendung eines Stativs an.

Immer dann, wenn die Gefahr von Verwacklungen besteht, solltest du zu einem Stativ greifen. So ist sichergestellt, dass deine Kamera absolut ruhig steht. Wenn du dann auch noch den Selbstauslöser oder einen Fernauslöser verwendest, haben Verwacklungen keine Chance mehr und die Gefahr, dass deine Fotos unscharf werden ist gebannt.

Aber bitte daran denken, dass du bei der Verwendung eines Stativ den Bildstabilisator ausschaltest.

Ungünstige Kamerahaltung

Ob du es glaubst oder nicht, auch die Kamerahaltung spielt eine Rolle, ob deine Fotos unscharf sind oder nicht. Folgende Kamerahaltung hat sich bewährt:

Stell dich mit leicht gespreizten Füßen und einem nach vorne versetzten Fuß auf, um deinen Körper von rechts nach links und von hinten nach vorne zu stabilisieren. Stütze die Kamera mit der linken Hand ab, indem du das Objektiv von unten hältst, und fasse mit der rechten Hand den Griff und drücke vorsichtig den Auslöser.

Zieh die Ellbogen eng an die Brust und verwende den Sucher statt des Live-View-Bildschirms (drücke die Kamera an dein Gesicht, um sie ruhig zu halten).

richtige Kamerahaltung gegen unscharfe Fotos

Blende zu weit offen

Auch die Blende kann für unscharfe Fotos verantwortlich sein. Wenn du mit offener Blende fotografierst, hast du eine sehr geringe Schärfentiefe. Nur in einem bestimmten Abstand zur Kamera wird das Motiv scharf dargestellt. Je größer die verwendete Blende (offene Blende), desto kleiner ist der Bereich vor und hinter der Fokusebene, der scharf sein wird.

Das ist ja auch der Grund, warum man in der Landschaftsfotografie gern mit einer eher weit geschlossenen Blende fotografiert. Schließlich möchte man im Idealfall alles von vorn bis hinten scharf haben.

scharfes Landschaftsfoto

Keinen Autofokus verwendet

Von „erfahrenen“ Fotografen bekommt man ja, gerade auf YouTube, häufig die Tipps, dass man nur den manuellen Modus verwenden sollte und natürlich ist auch nur der manuelle Fokus das einzig richtige. Das ist aber nicht so ganz korrekt.

An modernen Kameras funktioniert der Autofokus inzwischen so gut, dass es nur noch wenige Ausnahmen gibt, in denen man auf die manuelle Fokussierung zurückgreifen sollte.

Natürlich ist der Autofokus nicht perfekt. Aber in den meisten Fällen passt es.

Nicht auf die richtigen Stelle fokussiert

Selbst wenn alles perfekt läuft, kann es zu unscharfen Fotos kommen. Nämlich genau dann, wenn du auf die falsche Stelle fokussierst. Das kann z.B. passieren, wenn du der Kamera überlässt, wo der Fokus sitzen soll. Bestes Beispiel ist die Portraitfotografie. Wenn der Fokus auf dem Ohrläppchen sitzt, statt auf dem Auge, kann das schon unscharf wirken. Immerhin fotografiert man Porträts meist mit offener Blende, um den Hintergrund schön unscharf hinzubekommen.

Also die Kamera möglichst in einem Fokusmodus betreiben, in dem du selbst entscheiden kannst, wo der Fokuspunkt sitzt.

Verwendung des falschen Autofokusmodus

Egal, ob du eine Spiegelreflexkamera, eine Systemkamera oder eine Bridgekamera zum fotografieren nutzt, alle Kameratypen besitzen in der Regel verschiedene Autofokusmodi:

  • Der Einzelbild-Autofokus, auch AF-S oder One-Shot-AF genannt, ist für unbewegte Motive gedacht.
  • Der kontinuierliche Autofokus, AF-C oder AI Servo AF genannt, ist darauf ausgelegt, Bewegungen im Bild zu verfolgen und funktioniert daher am besten, wenn sich das Motiv bewegt.

Meist gibt es noch einen automatischen Modus, AF-A oder AI Focus AF genannt. Häufig ist das sogar Standardeinstellung deiner Kamera. Die Kamera analysiert die Szene und bestimmt, welchen der ersten beiden Modi verwendet werden sollte.

Nicht manuell fokussieren

Obwohl der Autofokus in den meisten Fällen wirklich gut und zuverlässig funktioniert, kann es doch manchmal besser sein manuell zu fokussieren. Nämlich immer dann, wenn die Lichtverhältnisse die Zuverlässigkeit des Autofokus einschränkt.

Wenn du also die Kamera auf einem Stativ hast, um nachts zu fotografieren, kann es durchaus sinnvoll sein den manuellen Fokusmodus zu verwenden. Oder aber in der Makrofotografie kann der manuelle Fokus die richtige Wahl sein.

manuell fokussieren bei einer Makroaufnahme

Es befindet sich Schmutz auf oder vor dem Objektiv

Eines sollte natürlich logisch sein: Wenn dein Objektiv schmutzig ist, dann werden deine Fotos unscharf sein. Jedenfalls in den meisten Fällen. Es lohnt sich also das Objektiv immer sauber zu halten.

Aber auch qualitativ schlechter Filter können dazu führen, dass die Fotos einfach nicht richtig scharf werden. Immerhin nimmt jede weitere Glasscheibe vor dem Objektiv ein klein wenig Bildqualität. Im Idealfall, bei hochwertigen Filtern, wirst du den Unterschied nicht merken. Bei „billigen“ oder auch unnötigen Filtern (z.B. UV-Filter) musst du dich nicht wundern, warum deine Fotos nicht scharf werden.

Schlechte Objektivqualität

Natürlich passiert es auch immer wieder, dass Probleme mit unscharfen Fotos auf das verwendete Objektiv geschoben werden. Gerade wenn man nicht die sehr teuren Profi-Objektive verwendet, wird schnell mal das Objektiv als Ursache festgelegt. Doch in den meisten Fällen ist das Objektiv wohl eigentlich nicht die Ursache.

Natürlich gibt es, teilweise deutliche, Qualitätsunterschiede zwischen günstigen und teuren Objektiven. Auch zwischen Zoomobjektiv und Festbrennweite gibt es einen Unterschied in der Bildqualität.

Also mein Tipp: Nicht gleich die Probleme mit unscharfen Fotos auf das Objektiv schieben, sondern zunächst mal schauen, ob nicht eine der anderen hier genannten Ursachen der Grund dafür ist, dass deine Fotos unscharf werden.

Fazit: Warum deine Fotos unscharf werden

Nun, das war’s:

Die 10 häufigsten Gründe für unscharfe Fotos.

Wenn du mit unscharfen Fotos zu kämpfen hast, kennst du jetzt hoffentlich den Schuldigen (oder kannst ihn zumindest erraten)! Und du kannst Anpassungen vornehmen, damit die Bilder wieder scharf werden.

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