Insekten fotografieren: Ausrüstung, Einstellungen und Tipps für die Insektenfotografie

Du möchtest Insekten fotografieren oder interessierst dich für die Welt dieser kleinen Tierchen? Dann findest du hier verschiedene Tipps, wie du atemberaubende Insektenfotos machen kannst. Die wunderbaren Farben und faszinierenden Details von Insekten in Großaufnahme bringen zum Staunen.

Planst Du, diese großartigen Fotomotive mit der Kamera einzufangen? Wir geben Dir Tipps zu Motiven, Ausrüstung und Technik.

Insekten fotografieren: Wo und wie finde ich schöne Motive?

Insekten fotografieren z.B. Schmetterlinge

Für die Insektenfotografie benötigst Du viel Enthusiasmus und Motivation. Du musst Du mit offenen Augen durch die Natur gehen und genau hinschauen. Die besten Bilder bekommst Du, wenn Du den Insekten auf Augenhöhe begegnest – gebückt, knieend oder kauernd.

Schau dir an Sträuchern oder Stauden die Blätter an, biege das Gewächs vorsichtig zur Seite. Betrachte nicht die ganze Pflanze, sondern das einzelne Blatt. So wirst Du plötzlich einen kleinen Käfer oder eine kleine Spinne (Spinnen sind keine Insekten!) entdecken. Dein Blick wird sich schnell schärfen.

Ein kleiner Standortwechsel kann bei der Motivsuche sehr hilfreich sein, denn es gibt große Unterschied zwischen trockenen und feuchten Biotopen. Ein paar Meter können genügen und es eröffnet sich eine ganz andere Vegetation mit anderen Insekten.

Tipps für scharfe Fotos

Käfer auf Blüte

Alle Tipps kannst Du daheim an gut erhaltenen, dahingeschiedenen Insekten ausprobieren, bevor Du Dich in freie Wildbahn begibst.

Die Vergrößerung

Ausrüstung und Kamera sind zuerst nicht entscheidend. Wichtig ist der Vergrößerungsfaktor, also das Objektiv. Verwende ein 30er Makro, Vorsatzlinsen oder einen Retroadapter. Zwischenringe (Extension Tubes) liefern mit normalen Objektiven (Brennweite von 16 bis 50 mm) schöne Makroaufnahmen. Zwischenringe bestehen meist aus einem Dreierset, sodass Du schrittweise den Vergrößerungsfaktor variieren kannst.

Je höher der Vergrößerungsfaktor, desto geringer die Schärfentiefe und umso schwieriger wird es, ein scharfes Bild zu bekommen. Für erste gute Fotos können Dir kleinere Vergrößerungsfaktoren helfen. Du bekommst sehr schöne formatfüllende Fotos des Insektes und einen kleinen Ausschnitt aus der Umgebung.

Bewegungen und Bewegungsunschärfe

Insekten krabbeln, fliegen und kriechen oder das Blatt, auf dem sie sitzen, bewegt sich leicht im Wind. Der gewünschte Schärfepunkt ist ständig an einer anderen Stelle. Wie kannst Du das ausgleichen?

  • Fotografiere in den Morgenstunden oder an kühleren Tagen. Bei niedrigeren Temperaturen bewegen sich Insekten deutlich langsamer.
  • Suche windgeschützte Bereiche auf wie einen Wald. Fotografiere nicht bei starkem Wind auf einer Blumenwiese.
  • Bestimmte Insekten sind einfacher zu fotografieren als andere. Spinnen (keine Insekten!) lauern oft bewegungslos auf ihre Beute. Blattwanzen haben herrliche Farben und Formen und bewegen sich gemächlich.
  • Schalte die Serienaufnahmefunktion auf deiner Kamera ein, wenn du die ungefähre Position für scharfe Fotos hast. Bring Dich in eine stabile Position und mache eine Reihe von Fotos.
  • Bewege die Kamera leicht vor und zurück, während du die Bilderserie auslöst. Die Schärfenebene wandert am Insekt entlang, die Chance, auf ein gutes Bild steigt.
  • Eine gute Speicherkarte verarbeitet die Bilderserie schneller. Du kannst zügig eine weitere Serie machen, bevor das Insekt wieder weg ist.

Die drei Komponenten des Belichtungsdreiecks

Die drei Faktoren Verschlusszeit, Blende und ISO haben den größten Einfluss, die Schärfe auf den Punkt zu treffen. Bei Insekten sind das im Idealfall die Augen.

Nicht nur beim Insekten fotografieren wichtig: Kurze Verschlusszeiten gleichen die von Dir verursachte Bewegungsunschärfe aus. Stelle eine Verschlusszeit von 1/200 oder kürzer ein. Das Insekt wird in seiner Bewegung “eingefroren”. Je kürzer die Verschlusszeit, desto dunkler wird das Bild. Kleinere Blendenzahlen machen das Bild heller, aber verringern die Schärfentiefe. Bei kleinen Blendenzahlen kann diese nur wenige Millimeter betragen.

Je weiter du die Blende schließt, desto dunkler wird das Bild. Das kannst Du mit ISO-Werten von 100 bis 2000 ausgleichen. ISO bestimmt die Lichtmenge, die in die Kamera gelangt. je höher du den ISO einstellst, desto mehr Bildrauschen bekommst du.

Nach Lichtsituation musst du eine der Komponenten schnell und flexibel anpassen. Eine Lösung ist, im Makro-Modus stets manuell zu fotografieren.

Der Blitz

Wenn Dich Insektenfotografie begeistert, solltest Du Dir einen externen Blitz zulegen. Er hat drei wichtige Funktionen.

  • Durch das Blitzlicht wird das Bild aufgehellt. Du kannst die Blende weiter schließen und kleinere ISO-Werte einstellen. Die Bilder werden schärfer und rauschärmer.
  • Das kurze Blitzlicht friert – zusätzlich zur kurzen Belichtungszeit – das Insekt in seiner Bewegung ein und reduziert die Bewegungsunschärfe.
  • Der Blitz sorgt für ein besseres Kontrastverhältnis im Bild und bessere Farben Ohne Blitz wirken auch scharfe Fotos gelegentlich flach und trüb.

Gute Insektenfotografie erfordert viel Geduld, Können und Erfahrung – und ein bisschen Glück. Doch es lohnt sich. Nahaufnahmen von Insekten zeigen fantastische, atemberaubende Details Insekten fotografieren ist ein wunderbares Hobby, das Dich jeden Tag etwas Neues entdecken lässt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.